Alle Artikel in: Lyrik

Herbstliebe

Herbstliebe Blätter fallen von Bäumen gelb und braun auch die Gefängniszellen sind leer Teebrandung in meinem Blut Milch schlägt hohe Wellen schmilzt auf meiner Haut Honig tropft von blonden Locken und Du verdorrter Halt im Nebel ragt zwischen den Bäumen aus der Dunkelheit inmitten der Nacht laubaufwirbelnd  im feuchten Moder warm wenn Äste knacken Wind den Wald bewegt in lautloser Stille Stimmen über den Horizont hallen und Herbst in meiner Liebe ist

Und was der Tag so bringt

Und was der Tag so bringt Bunte Schatten auf Eichenrost Wellblech dumpft im Sonnenlichte. Natürlich nicht jedermanns Sache. Der Morgentau, er feiert wild und hektisch in Betriebsamkeit. Und was der Tag so bringt. Steht abends wie von selbst geschrieben Auf käsigen Mondscheiben. Auch das ein Fluch für den, der´s lesen kann.

Gartenstrolch

Du Gartenstrolch meiner brachen Hirnäcker mit behutsamen Händen pflügst Du meine Gedanken um neue Träume zu säen. Hab Dich nicht eingeladen, Du Vogelscheuche mit leuchtendem Herz den Weg gebahnt Durch Kraut und Kruste, wüstes Wurzeltreiben Liebevoll jede Krume bekümmert, die durstig nach dem Regen lechzte Strahlst mich mit erdigem Blick an, gewissenhaft und zarte Regungen ihre Knospen treiben im Jahreszeitenreigen Hand in Hand laufen uns die Krähen davon und übrig bleibt ein kleines Schaf, das stetig durch das Grüne grast

Les Bavardes

Les Bavardes – Die Schwätzerinnen Wenn´s denn dann – ach, ja, und wann?Was ist bloß – natürlich, war doch klar!Da grub und forschte, es ewig währteGrund und gütig, das Entsetzen ist echt. Was auch passiert – ist schon geschehen.Gesehen? Nein, kein Anschluß unter diesem Anblick!Fürweil und mit reinem GewissenDie Schuld trägt schwer an sich selbst. Ach, Hoffnung, karger Wüstenboden!Dein Traum ist nicht ganz ausgeschlafen.Ach, Hoffnung, lebloser Geist!Dein Hauch mit langem Atem. Wie man auch fühlte – die Herzen anrührte.Schaurig war´s mit anzusehen!Die Einsamkeit ein treuer Pfand.Gerührt, verschüttet auf der Seele Totenhemd!

Für Sophie

Für Sophie Möge sie in Frieden ruh´n. Denn das hat sie sich ausgebeten. Stünde man auf dem Kaminsims Dann müsste man beim Staubwischen Zur Seite rücken Und da hilft nichts Und sei das Porzellan auch noch so schön

Kaffeekränzchen

Kaffeekränzchen Von der kunst im regen kaffee zu trinken Wenn der brüllaffe gegenüber seine zigarre pafft Und das geschirr auf dem tresen ungeduldig klappert Dem kellner die milchdüse geht Und die cocktails noch nicht geschüttelt sind Obwohl auf dem buffet schon die butter auf dem croissant verdampft Die kunst, in all dem treiben und wirken Das ticken der uhren mit den herabstürzenden regentropfen zu verschmelzen zu einem rhythmischen kosen meiner ohren zu komponieren die zarten aromen zu schnuppern wie ein dackel im „hab acht“ und die augen zu schließen weil so allein mit dem milchschaum ja auch ganz poetisch sein kann

Die Nacht der Priesterinnen

Die Nacht der Priesterinnen Weit ziehen die Felder hinaus in den Himmel tragen meine Träume zu den Sternen. Werden meine Wünsche jemals erhört? Endlos erstreckt sich der Weg zu den Hügeln An dessen Felsen sich die Sonne bricht. Zu viele Versprechen wurden gebrochen Zu viele Lügen wurden verbreitet. Laut, das Rauschen und Rascheln der Bäume Heimliches Lied, von fern tönt die Nachtigall So lieblich ein letztes Mal. Weich umhüllt die Nacht und läßt das Reich der Schatten erwachen – bin ihm näher als sonst irgendetwas. Warm, die Luft und kühlend auf den Wangen Streichelt ein letztes Wort von Dir. Werde ich Dich wiedersehen? Der Duft der Wälder läßt mich zweifeln, die Stille hält mich gefangen. Gestern noch Spiel der Sonne wiedergebend Und Dein Gelächter erstickend tanzen nun  Elfen zu den Klängen der Vergangenheit. Lausche ihrem Gesang und treibe verborgen Unter Weiden in der Zeit. Ein Wellenschlag, eine Bewegung der Blätter und fort, so schnell wie ein Kuß entschwebt und doch Erinnerungen zurücklassend, die von den ersten Sonnenstrahlen am Horizont erahnend  ausgetrocknet werden, der Zauber. So …

Der arme Poet

Der arme Poet Der Dichter, er durchdringt das Licht aus tiefen dunklen Erden. Mit vielen Ah´s und Oh´s sich hoch gekämpft, zumeist doch eher recht verborgen. Durch Schlamm und Tod,mit Schmerz und Qual,er fordert sich sein Lebenals wenn´s kein Morgen gäbe. Doch dann, ein zartes Blau,wie lieblich am Horizont will scheinendas Wort, es leuchtet nach Moralund keiner kann sich´s darauf reimen.