Über mich


Ich schreibe über das Schreiben. Schreiben als Denken, als Produkt des Denkens, als Identität und Seinszustand. Ich arbeite mich am Schreiben ab und der Frage nach dem Wesen des Schreibens. Auf der Suche nach einer Antwort entstehen Texte, in denen Spuren gelegt sind, die aus dem Prozess entstehen, auf die ich keinen Einfluss habe. Es schreibt. 

Michelangelo sagt: „In jedem Marmorblock sehe ich eine Statue, ich muss nur die rauen Mauern weghauen, die die schöne Erscheinung einschließen, um sie zu befreien.“ Was wäre, wenn das auch für Texte gilt? Wenn das Wort mein Marmor ist? Und wenn das Wort befreit für sich steht, dann liegen in ihm wie in der Skulptur unendlich viele schöne Ansichten. Ich kann es umkreisen, verweilen, den Blickwinkel verändern, zu immer wieder neuen Ansichten gelangen. Licht, das Schatten wirft, Struktur sichtbar macht.

Schreiben ist für mich kein Ausdruck – es ist der Ort, an dem ich erscheine.


Germanistik, Anglistik, Kunstgeschichte, Philosophie; Münster, Flensburg.
Content, Kommunikation, Bildung, Sprache