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Das innere Haus der Bücher

Die Welt wartet nicht. Früher war das anders. Oder ist das nur eine altersbedingte Wahrnehmung? Die Welt dreht sich und die Informationen, die durch den Äther rauschen, erscheinen mir wie die Rücklichter, die im Zeitraffer zu einem namenlosen roten Strom werden. Im Alltag fühle ich mich oft wie ein Blutkörperchen in diesem Fluss gefangen. Ich kann nicht anhalten, nicht aussteigen, mich nicht einmal gegen den Strom bewegen. Monotones vorwärts drängen. Als Kind erschien mir ein Buch zu lesen als die sinnvollste Möglichkeit zu sein. Auf dem Boden sitzend an die Heizung gelehnt in dem kleinen Zimmer mit dem Dachfenster. Der Blick nach draußen ohne Grenzen. Der Blick nach innen unendlich. Ich habe auf jeden neuen Band von Lucy Maud Montgomerys “Anne of Green Gables” gefiebert, die gab es zu Weihnachten und zum Geburtstag. Mit kindlicher Glückseligkeit jede Zeile eingeatmet und jedes Umblättern bedauert, weil die gelesenen Wörter und Sätze nun nicht mehr neu und unberührt auf mich warteten. Ich habe früh Hermann Hesse gelesen. Mit 17. Ist das überhaupt früh? Der Grundstein war ja schon …