So ein Zufall. Über Synchronizität

Mei­ne Syn­chro­ni­zi­täts­ge­schich­te beginnt in der Haus&Hof-Buchhandlung. Haus&Hof ist übri­gens als kon­tex­tu­el­les Prä­fix im Sin­ne einer Bezie­hungs- und Qua­li­täts­äu­ße­rung zu ver­ste­hen. Aber bevor die phi­lo-lin­gu­is­ti­schen Pfer­de mit mir durch­ge­hen, kom­me ich zurück zum Buch­la­den mei­nes Ver­trau­ens. Ich hol­te das bestell­te Buch ab und zum Welt­tag des Buches gab es dar­über hin­aus ein klei­nes Buch­ge­schenk: Mark For­syth, Lob der guten Buch­hand­lung. Ent­setz­lich nett geschrie­ben und wor­um geht es? Um genau mein The­ma.

Echt jetzt? Das kann nicht wahr sein. Das glaubt mir doch keiner!

For­syth nimmt ein Zitat von Donald Rums­feld zum Anlass, um über wis­sen­des und unwis­sen­des Wis­sen und Bücher zu schrei­ben, die nur dar­auf war­ten gele­sen zu wer­den. Das ist ganz schön gemein. Auf einer spi­ri­tu­el­len Ebe­ne schwin­ge ich in einer uni­ver­sel­len Wis­sens­wol­ke, deren Infor­ma­ti­ons­par­ti­kel wie Ster­nen­staub auf mein Umfeld reg­nen. Ich woll­te, bit­te schön, aber auch ein bemer­kens­wer­ter Trop­fen sein. Wäre – Kon­junk­tiv – wäre mein Bei­trag bereits erschie­nen, könn­te ich mit einer läs­si­gen Selbst­zu­frie­den­heit den Trend­set­ter mit dem rich­ti­gen Rie­cher geben: “Nach­ti­gall, ick hör’ Dir trap­sen.”

Iss et aber nich. Mei­ne Erkennt­nis nebst Zeich­nung ist also kei­ne Inno­va­ti­on, so gene­rell gese­hen. Das dürf­te auch schwie­rig sein, denn je mehr Wis­sen ent­deckt wird, umso gerin­ger wer­den die Mög­lich­kei­ten, gänz­lich Unbe­kann­tes zu ent­de­cken. Umso spe­zi­fi­scher muß die Erkennt­nis aus­fal­len. Auf mich, als kleins­te Wis­sens­ein­heit, run­ter­ge­bro­chen heißt das aber auch: unab­hän­gig vom gro­ßen gan­zen Wis­sen gibt es unend­lich viel Wis­sen, was ich für mich selbst ent­de­cken kann. Ganz neu, ganz frisch. Für jemand ande­ren ist das zwar dann ein alter Hut, aber das macht ja auch gar nichts.

Aus die­ser Per­spek­ti­ve ist Syn­chro­ni­zi­tät etwas Schö­nes. Ich schwin­ge mit, ich tei­le Gedan­ken und Wis­sen mit Men­schen in einer inter­es­sen­ba­sier­ten Schnitt­men­ge, da bin ich dann doch intel­lek­tu­el­les Her­den­tier­chen. Und ich tei­le die­sen mei­nen Gedan­ken mit Euch. Ver­bun­den mit einer höf­li­chen Lese­emp­feh­lung.


For­syth, Mark: Lob der guten Buch­hand­lung oder Vom Glück, das zu fin­den, wonach Sie gar nicht gesucht haben. Über­setzt von Peter Sil­lem. Frank­furt. S. Fischer Ver­lag.