little blog.shop 7.Kapitel 15. April 2013 | Blog-Text-Crossover

www.little-edition.deBlog-Text-Cross-Over

Der Blogger an sich ist ja ein geselliges Tierchen. Und so tummelt er sich gerne, viel und häufig auf Veranstaltungen rum, um darüber zu berichten. Und in diesem Fall tatsächlich auch ich. Als offizielle Lehrbeauftragte vom little blog.shop bin ich für Euch dank einer exklusiven Einladung auf dem Salon Number One in Hamburg gewesen. Aus dem Bloggerleben für das Bloggerleben.
Das 25hours Hotel Number One in Hamburg war Veranstalter eines „Blog Venture“: Blog meets Product. Blogger treten an Firmen heran, Firmen kontaktieren Blogger, das ganze System ist noch nicht aus den Kinderschuhen raus, weil neu und frisch und so etablieren sich erst Do’s and Don’ts.
Der Antrieb hinter dem Blog Venture ist also die Frage, wie bringt man die richtigen Produkte mit den richtigen Bloggern zusammen, um Bloggen als Baustein viralen Marketings effizient zu nutzen. In einer sehr lockeren und entspannten Runde mit kreativitätsfördernden Rahmenbedingungen ergaben sich erfrischende Gespräche über Marketing, Branding und Werbestrategien.
Am Ende aber ist es doch Business. Kosten-Nutzen-Überlegungen auf Firmen- wie Bloggerseite. Image und Marke färben gegenseitig aufeinander ab. Nehmen wir mal den fiktiven Blog „Hier bloggt Otto Pasulke über sein Meerschweinchen Gustav“ ,der nun exklusiv eine Kooperation mit dem Produkt a) Feinstrumpfhosen mit Shape-Effekt oder b) Angelköder eingeht. Durch das Kopfkino wird klar, was gemeint ist. Passen Produkt und Blog zusammen, verstärkt die Kooperation die gewünschte Kundenwahrnehmung des Produktes, was sagt das Produkt über den Blogger aus?

Initiativen wie der Salon Number One bieten eine Plattform, diese Fragen zu diskutieren, Möglichkeiten auszuloten und sich auch einfach ganz zwanglos zu beschnuppern. An und für sich eine konsequente Weiterführung der Idee, Blogger zu vernetzen und durch Fort- und Weiterbildung Standards im Bloggerbusiness zu etablieren. Das Ganze ist eine natürliche und unaufhaltsame Blogger-Evolution, die nach der Blog-Revolution seinen (ich bin fast etwas zynisch geneigt zu sagen) sozialistischen Gang geht.

Die Blogger-Avantgarde assimiliert zum Establishment. Natürlich gibt es weiterhin Avantgarde, rein private und/oder nichtkommerzielle Blogs, aber die Entwicklung ist doch eindeutig soziologisch determiniert.
Kommen wir nun zum Text-Crossover und schauen uns den Werbetext an. Die Daseinsberechtigung von Werbetexten besteht einzig und allein darin, zu verkaufen. Da darf man sich keinen Illusionen hingeben. Nichtsdestotrotz sehe ich Werbung als Kunstform an, als Auftragskunst, wenn mir dieser gedankliche Schlenker in die Kunstgeschichte gestattet sei.

Aus der Aufgabe des Werbetextes leitet sich nun ganz klar sein Inhalt ab:
1. Produktvorstellung: worum geht es
2. Nutzen für den Kunden glasklar herausstellen: was soll ich damit
3. Bedürfnis wecken durch

a) Vorteil durch Nutzen
b) Vorteil Produkt xy gegenüber vergleichbaren Produkten (oh, und damit ist nicht “vergleichende Werbung” gemeint, sondern den Textfokus auf die Eigenschaften zu setzen, die Produkt xy eben besser machen)
c) Emotionen, was fühle ich mit/durch dem/das Produkt, wie fühle ich mich durch Verwendung (Stichwort: Lifestyle und Erlebnisfaktor)
Das ist das Grundgerüst, mit dem die Vorzüge des jeweiligen Produktes, was natürlich auch eine Dienstleistung sein kann, vorgestellt werden. Natürlich fließen noch viele Elemente wie „zielgruppenorientierte Ansprache“, Unternehmensdarstellung, … in unterschiedlicher Gewichtung mit ein. Für unseren Blogtext reicht der Basisaufbau.
Um die Punkte beantworten zu können, muß ich mich als Texter intensiv mit dem Produkt und dem dahinter stehenden Unternehmen sowie den Kunden auseinandersetzen. Und zwar von innen heraus. Soll heißen, ich beleuchte das Produkt aus unterschiedlichen Positionen: Kundenperspektive, Unternehmensperspektive, Designperspektive, um es in all seinen Facetten zu begreifen.
In dem Moment, wo ich als Blogger eine für beide Seiten fruchtbare Kooperation eingehe, verlasse ich die „Meerschweinchen-Ebene“ und bewege mich auf einen professionellen Level zu. Die Übergänge sind fließend. Stichwort: Bloggen als Business & sponsored Posts. Je mehr ich als Blogger den Werbetext als Werkzeug im Kopf habe, desto besser kann ich damit arbeiten. Nun ist ein Blogtext kein Werbetext, erfüllt aber ein extrem wichtiges Kriterium aus der Werbepsychologie: die persönliche Kundenansprache.
Und das macht Blogger für Unternehmen interessant: die vorgeblich authentische, weil private, Sichtweise des Bloggers erzeugt beim Leser (und potentiellen Kunden) ein hohes Garantie-/Qualitätsempfinden, was maßgeblich zur Kaufentscheidung beiträgt.

Deswegen gibt es in nahezu allen Onlineshops Bewertungssternchen und Kommentarfelder.
Gehen wir jedoch weiter zum Text. Der Blogtext bleibt Blogtext, niemand erwartet oder will, daß Blogger plötzlich Werbetexte schreiben. Die Vorarbeit orientiert sich am Werbetext. Das ist alles. Wenn Ihr also ein Produkt, einen Shop, ein Unternehmen irgendwie nett im Text unterbringen sollt, dann arbeitet Ihr den Aufbau auf einem Schmierzettel ab.
1: Recherche: guckt Euch das Unternehmen und das Produkt an
2. Beantwortet für Euch die Fragen wie oben beschrieben
Und dann schreibt Ihr Euren Text. So einfach ist das – sage ich. Die Vorarbeit fließt in Euren Text mit ein und er wird sich anders, besser anhören.
So, meine Lieben – und jetzt wird es ernst für Euch! Eure Aufgabe zu diesem Kapitel ist folgende:
Übung: Besuche die vorgestellten Firmen/Produkte, informiere Dich und such Dir dann eine Firma/ein Produkt aus. Schreibe einen Blogpost, der das Produkt/das Unternehmen enthält, vorstellt.
Kleine Hilfestellung: Dabei ist dies kein Aufsatz über Firma xy, sondern ich möchte von Euch eine Geschichte, eigene Erlebnisse, einen stinknormalen Blogpost eben. Und in dieser Geschichte kommt dann Firma/Produkt xy vor.

Solltet Ihr Fragen haben, scheut Euch nicht, hier einen Kommentar zu schreiben, davon haben alle anderen ja auch was!!! Und nun viel Spaß, ich freue mich auf Eure Beiträge!!!!
Unternehmen/Produkte:
25hours Hotel Number One Hamburg
Feines Zeug
Julia Starp, Modedesignerin
Mini

Da dieses Kapitel unter dem Motto Blog-Text-Cross-Over steht, gibt es das Ganze nun noch einmal aus meiner Bloggersicht – echtes Text-Cross-Over eben!

Blog-Text-Crossover – als Blogpost

Der Blogger an sich ist ja ein geselliges Tierchen. Und so tummelt er sich gerne, viel und häufig auf Veranstaltungen rum, um darüber zu berichten. Und in diesem Fall tatsächlich auch ich. Als offizielle Lehrbeauftragte vom little blog.shop bin ich für Euch dank einer exklusiven Einladung auf dem Salon Number One in Hamburg gewesen. Aus dem Bloggerleben für das Bloggerleben.
Das 25hours Hotel Number One präsentiert sich als junges und dynamisches Hotel mit spannenden Aktionen + großem Wohlfühlfaktor. Also die perfekte Location für den Veranstalter eines „Blog Venture“. Marketing- und Sales Manager Stefan Pallasch verrät mir, wie er neue kreative Wege auslotet … Blog meets Product …

Zeitsprung – Realitätscheck: Ich bin also in Hamburg und schnacke mit Julia Starp, DER Modedesignerin. Als erstes fällt mir auf, wie natürlich und unkapriziös sie ist. Sehr sympathisch! Und dann stellt Julia Starp ihr Modelabel und Kooperationen (Ecorepublic) vor. Als Anschauungsmaterial hat sie eine brandneue Upcycling- Taschenkollektion mitgebracht. Der Clou ist das Material: XXL Werbeplakate (aus einem weichen Kunststoff) von OTTO. So entdecke ich einen ganz eleganten Metallverschluss nicht nur an einer der Taschen, sondern später auch an Model Jenny (Grüße!), die ein ganz unglaubliches Miederkleid aus dem gleichen Material trägt. Wo wir gerade beim Thema Taschen sind – ich trage eine selbstgenähte Tasche und traue mich, das zu erwähnen. Gleichzeitig denke ich, ist ja auch irgendwie blöd. So, als wenn man sich mit Steffen Henssler unterhält und sagt, man hätte ja auch schon mal Kartoffeln geschält. Ich fühle mich ein bißchen wie Bridget Jones und denke, ich sollte das arme Mädchen von meiner Gesellschaft befreien. Zum Glück kommt Mark von “Das hat Mark gemacht“. Gerettet – wer auch immer.

„Ich habe gerade mit meiner Kollegin gesprochen und festgestellt, daß „Opel ist ein super Produkt“ nicht der günstigste Einstieg in ein Gespräch mit Ihnen ist!“
„Haha, doch, das ist sogar sehr interessant, weil … „
Der ungewöhnliche Beginn meiner spannenden Unterhaltung mit dem Produktmarketingleiter von BMW feat. MINI (das habe ich jetzt so genannt). Ich habe mich nämlich daran erinnert, daß ich hier schließlich nicht als total schusseliges und überreflektiertes Ich eingeladen bin, sondern als kompetente und professionelle Texterin.

Darauf einen Salat!

Frisch gestärkt krame ich in der Eloquenzkiste, na, geht doch! Ich lerne unter anderem etwas über Produktdesign und das damit verbundene Fahrverhalten, Marketing bei BMW und Sinn und Zweck von Lenksäulen-Achswinkeln. Und was das Einparken mit dem Windkanal zu tun hat – oder haben sollte, so aus der weiblichen Perspektive. Ich freue mich tierisch über diese Begegnung, sowohl als Texterin, als auch als Mensch!
Daß wir alle überhaupt nur so vor kreativen Ideen sprühen ist ein Wunder, denn überall stehen verlockende Becher mit Knabbereien von Feines Zeug, denen man sich nur schwer entziehen kann. Vielleicht liegt es ja aber auch genau daran. Himbeeren in weißer Schokolade lösen einfach Glücksgefühle aus. Die Zeit verfliegt und so lerne ich nur Hanae Henke kennen, Mikrobiologin, und für die ganz entzückenden Nuß- und Fruchtkreationen verantwortlich. Privat und offline hätte ich gerne etwas über Mikrobiologie gelernt, hoffentlich nächstes Mal! Ja, und Inhaberin Bianca König, ihres Zeichens Vollblutwerberin (Neue Monarchie in Hamburg), die für Branding, Marketing und Vertrieb zuständig ist, ist heiß begehrt und leider immer gerade im Gespräch.

Während die Zeit eigentlich viel zu kurz ist, um alle kennenzulernen, hat das schusselige Ich es aber vermutlich geschafft, den total netten Service-Beauftragten vom 25hours Hotel in den Wahnsinn zu treiben: Erst will ich nur ein Wasser, dann will ich mir das auch noch selber einschenken und nach dem Kosten des leckeren Buffets suche ich verzweifelt nach einem diskreten Abstellplatz für meinen benutzen Teller – hilflos fragend umherschauend. Er hat ihn mir genauso freundlich lächelnd abgenommen und ebenso diskret dahin gebracht, wohin so ein Teller eben gehört.
Knigge-technisch bin ich aber echt in der Bredouille. Als höflicher Mensch möchte ich dem Service meine Wertschätzung und meinen Respekt für seine Arbeit zeigen. Das könnte ich ganz elegant, in dem ich meinen Teller eben nicht Snob-like irgendwo rumstehen lasse und erwarte, daß irgendein „Dobby“* schon kommen wird, sondern einen Abstellplatz, ein Tablett nutze. Naja, ich denke, mein Anliegen ist trotzdem irgendwie angekommen.

Natürlich sind alle eingeladenen Blogger schwer vernetzt und bis an die Ohren mit Smartphones und Kameras bewaffnet, so daß ich mit meinem kleinen „Handy“ (und das ist literally) vermutlich für müdes Gähnen oder hysterische Lachkrämpfe gesorgt hätte. Aber da bin ich ja pfiffig und habe gleich Frau Müller von cozy&cuddly gefragt, ob ich ein paar Bilder ausleihen darf. Darf ich! Ich bin schließlich Texter und nicht Fotograf.
Mein abschließender Gruß gilt Carina Schmitz von häberlein&mauerer, die das alles organisiert und betreut hat. (Und eine Entschuldigung für’s ein bißchen zu spät kommen – Parkprobleme mit dem Schlachtschiff!)
Vielen, vielen Dank für die Einladung und die großartige Möglichkeit, dieses Cross-Over- Kapitel „aus der Praxis für die Praxis“ schreiben zu können!

* Dobby, Hauself. Aus der “Harry Potter”-Reihe von J.K. Rowling

Merken

Merken

Merken

    1. Bevor ich es „vergesse“ kommentiere ich Deine beiden Posts. Ich war ja auf dem Workshop „Bloggen als Business“ in Berlin, aber vor allem wegen der Leute und mehr übers Bloggen zu lernen. Auch dort ging es um das Thema was ist zuviel und ich finde Deinen Satz „Die Blogger-Avantgarde assimiliert zum Establishment.“ sehr gut. Ich gehe mittlerweile nicht mehr auf solche Blogs. Versteh mich nicht falsch, Werbung ist nicht das Problem, aber die ständige Präsentation von Dingen, die man bei der letzten Messe gesehen hat oder der Workshop, auf dem man geredet hat usw. Vielleicht verstehst du was ich meine, man bloggt nur noch darüber. Klar, es ist toll, dass man endlich etwas für die Arbeit bekommt, aber mir gefällt es nicht so gut. Neid ist es nicht, nur das Gefühl, der Mensch hinter dem Blog verschwindet und statt dessen ist die Business-Person da. Naja, ich hoffe, ich konnte mein Gefühl vermitteln. Das Thema ist interessant und clever gewählt. Mal sehen was ich daraus machen kann. VG Kerstin

      • Wie schön, danke für diesen Diskussionsbeitrag. Vielleicht regt er auch andere an, ein paar Gedanken auszutauschen??!! Ich war über diese Chance zum Beispiel sehr dankbar und habe sie gerne genutzt, möchte ich doch im little blog.shop das Schreiben aus unterschiedlichen Blickwinkeln untersuchen, viele Blogger-Themen ansprechen und natürlich auch praxistaugliche Übungen entwickeln. Aber auch, wenn man nie nicht Produkte, Unternehmen anpreisen möchte, ist diese Übung sehr gut, um sich mit dem eigenen Text zu befassen, eben aus der Sichtweise, wie gestalte ich meine Erlebnisse so, daß der Leser sich unterhalten fühlt. Jetzt müßten wir aber eigentlich bei einem netten Kaffee überlegen, wie Du meinen Blogpost auf der Lady Gardeners Seite beurteilst. Denn das, was Du beschreibst, sehe ich viel bei den sogenannten bezahlten Posts: inhaltsleeres Blabla, nur um das Produkt irgendwie unterzubringen. Und das ist eigentlich gar nicht gewollt. Hiermit biete ich also offiziell folgendes Seminar an: Wie schreibe ich „Sponsored Posts“? (… ohne, daß sich bei Kerstin die Fingernägel hochklappen:)

        • Ich weiß, dass Du es nicht so meinst :)) Dein Beitrag auf der anderen Seite ist toll, ironisch, mit Abstand und trotzdem redest Du über die Produkte. Ich will neugierig darauf werden und sie anklicken. Nicht ein Bild und Link. Sponsored Posts – klinkt super. Ich glaube, da gibt es viele verschiedene Auffassungen. VG kerstin

    2. Hi, ich wollte eigentlich von korfu posten und schreiben, aber ob ich das hinbekommen? Schon mal sorry, wenn ich zu spät bin.

    3. Liebe Alexandra,
      und wieder bin ich auf den letzten Drücker ….
      Es war von langer Hand geplant und wirklich gut vorbereitet. Immerhin wollte ich mir das Produkt, worüber ich schreiben wollte, „ins Haus“ holen. Mit toller Unterstützung aus Hamburg war alles perfekt! ….
      Wenn dann nicht….. (ich will jetzt nicht rumlürren) …
      Es geht mir wieder super gut …. (naja super ist relativ)….
      WAS ich eigentlich schreiben will … EINEN Tag vor der nächsten Aufgabe hier nun mein Link zum 7. Kapitel!
      Es war toll, lecker, witzig …. nun sag (schreib) du was…
      Ganz FEINE Grüße …. Katja
      (du ahnst sicher schon, welches Unternehmen/Produkt ich gewählt habe ….. – für mich Naschkatze stand es schon am 14. April fest)

      http://hoetuspoetus.wordpress.com/2013/05/14/das-kind-braucht-einen-namen/

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.