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little blog.shop 2.Kapitel 15. November 2012

little blog.shop SchreibworkshopDas Blogger-Ich und was das mit „About“-Seiten zu tun hat

Ich besitze ein Blogger-Ich. Du auch. Ach, das wußtest Du noch nicht? Gut, dann darf ich Euch vorstellen. „Blogger-Ich“ – Du, Du – „Blogger-Ich“. Aber wer oder was ist denn nun dieses Blogger-Ich? Es ist – wie fast immer im Leben – eigentlich ganz einfach. Du, ich, die Menschen sind individuelle Persönlichkeiten mit Charaktereigenschaften. Und unser Leben besteht aus verschiedenen, unterschiedlichen Bereichen, die sich mal mehr, mal weniger überschneiden. Beruf, Familie, privates Umfeld… und so haben wir eine unglaubliche Anzahl an Persönlichkeitsanteilen, die an den jeweiligen Bereich angepasst sind. Wir sind also Frauen und Männer, Mütter, Väter, Töchter, Söhne, Enkel, Nichten, Onkel, Schwester, Schwager, Nachbar, Kollegin, Freundin, Kumpel, Chef, Mitarbeiter, Angestellter, Patient, Gast, Kunde, die nette Frau hinter der Theke, das ernste Gesicht hinter dem Schreibtisch, der Flirt vom Flughafen, der verständnisvolle Therapeut, das Gesicht aus der Werbung, der Komiker, der Typ auf dem Nebensitz im Kino, die Frau aus dem Workshop … (ich weiß, Du hast es begriffen, es hat nur so Spaß gemacht!)
Jeden Tag bewegen wir uns in unzähligen Situationen, in denen wir uns anpassen. Dabei hilft uns die gute Erziehung, ein paar Manieren und kulturgesellschaftliche Normen und Konformitäten. Bei dem einen mehr und besser, bei dem anderen – naja. Und was hat das jetzt mit dem Blogger-dings zu tun? Nun, in dem Moment, wo wir überlegen, ein Blog zu schreiben, in dem Moment erschaffen wir automatisch eine neue Identität. Nämlich das Blogger-Ich. Ich denke, wir waren alle gleich aufgeregt, als es endlich mit dem eigenen Blog losging, als wir geplant und geträumt haben. Und wir alle haben vermutlich eine ganze Weile darauf rumgedacht, welches Layout uns gefällt, was wir posten wollen, wie schick das dann hinterher aussieht, wie man das Blog noch ein bißchen netter, persönlicher, professioneller gestalten könnte. Wir nutzen Apps und Plugins und Widgets und Photoshop … um alles so schön wie möglich aussehen zu lassen. Wir, genau. Lieschen Meier, Jutta Müller, Horst-Günther Striebeck. Wir denken uns ganz tolle Namen für das Blog aus, wenn wir nicht selber schon mit Hollywood-reifen Namen gesegnet wurden. Und wozu der ganze Aufstand? Weil wir uns nett und ansprechend und einladend präsentieren wollen. Jeder macht das. Und dazu gehört eben auch das Blogger-Ich, unsere Autorenidentität.
Wenden wir uns nun einmal kurz der anderen Seite des Blogs zu, dem Leser. Was wäre ein Blog ohne Leser? Vielleicht ein bißchen einsam und total sinnlos. Also gilt es, mit dem Blog Leser zu gewinnen und zu halten. Das sind am Anfang noch Mutti und Onkel Dieter und die beste Freundin und unsere Nachbarin. Aber auf magische Weise zieht das Blog immer größere Kreise und es lesen nicht mehr nur Leute aus unserer Straße, aus unserer Stadt, da klickt plötzlich jemand aus Timbuktu, aus Island und Amerika. Wenn wir nicht schon persönlich da waren, dann wissen wir zwar, daß es Amerika und Island grundsätzlich und ersteres laut Kolumbus ganz konkret geben muß, der Beweis folgt aber erst als Kommentar unter einem Artikel, als Like bei Pinterest. Casey McIntosh aus Minnesota hat uns besucht. WOW und – upps. Wir teilen, was auch immer wir geschrieben und gepostet haben, mit wildfremden Menschen, die sich aufgrund unserer Beiträge ein Bild von uns machen. Nun, vielleicht ist es mir schnurzpiepsegal, was Casey aus Minnesota von mir hält, aber unser Blogger-Ich ist eine öffentliche Person und je nach Blog sogar ein Blogger-VIP. Wir haben so viel Zeit, Energie und Kreativität in unser Blog gesteckt, warum sollten wir dann bei uns selber halt machen?
Wir sind also wieder bei unserem Blogger-Ich gelandet. Wer wollen wir sein, wie wollen wir uns präsentieren? Nun mag bei manchem der Gedanke aufkommen, daß das dann vielleicht nicht echt ist? Nein, es ist schon echt. Es ist nur reflektiert und selektiv: Stellen wir uns eine Weihnachtsfeier, einen Empfang, einen Kongress vor. Ihr seid dort als Kollege, als Redner oder Gast und werdet fremden Leuten, Geschäftskollegen, der Frau vom Betriebsrat, dem Harvardprofessor vorgestellt. Wie zeigt Ihr Euch? „Boah, ey, krass Alter, Harvard, sachste??!!“ Wenn ihr damit extrem authentisch bleibt, ja, ansonsten…? Es geht darum, daß wir nicht jedem unsere ungeschminkte Montagmorgenpersönlichkeit offenbaren, sondern in den Fällen doch eher auf ein Sonntagssein zurückgreifen. Da unsere Leser nicht direkt von Auge zu Nase vor uns sitzen, sind sie ein (ziemliches) Stück weit anonym. Und so anonym läßt sich manches leichter aussprechen, verleitet aber auch dazu, intime Grenzen zu überschreiten, derer man sich vielleicht gar nicht bewußt ist. In modernen Fantasyfilmen zum Beispiel wird gerne mit diesem Klischee gespielt: ein extrem fetter, häßlicher, leicht perverser Kerl schlüpft über Computer in die Rolle einer supersexy Blondine … ( Bilder, die wir jetzt nicht in unserem Kopf behalten wollen).
Mit unserem Blog haben wir also eine Blogger-Identität geschaffen. Wir sind das Gesicht dahinter. Und unsere Leser sind neugierig. Neugierig auf das, was wir schreiben, vorstellen, posten, aber auch auf den Privatmensch dahinter. Habe ich einen sehr privaten Blog … Reihenaus, Meerschweinchen, die Geburtstagsparty von Onkel Dieter … dann mag man sich die eine oder andere Freiheit erlauben. Aber die meisten bloggen für eine sehr große Anzahl von Lesern. Das Ding mit den Sponsoren ist uns ja im letzten Kapitel schon über den Weg gelaufen. Und auch, wenn das nicht zwangsläufig hauptberuflich stattfindet, bedeutet das, wir sind öffentlich. Und das bringt uns zu den „Über mich“-Seiten. Bei Bloggern ein gefürchtetes Gespenst. Was soll ich über mich erzählen? Öhhh, ähhh, jaaaa – kicher.
Eigentlich erfährt der Leser ja eine große Menge über Euch (und auch mich) über die Texte, die Bilder, das Layout. Aber weil das ja die Sonntagspersönlichkeit ist, möchte unser Leser auch noch ein Paparazzi-Photo von uns, ungeschminkt, mit Bad-Hair-Day, im Supermarkt haben. So mal in Bildern gesprochen. Er möchte wissen, wie es hinter der kreativen Blogfassade aussieht. Das schafft Nähe und Identifikationsmöglichkeiten für den Leser, der Euch als Blogger, als etwas Besonderes, als Persönlichkeit, als Blogger-VIP, als Blogger-Prominenz wahrnimmt. Ich sage dazu ja gerne: „Wenn Prinz Charles pupst, stinkt das auch nicht besser!“ Also gönnen wir ihm (dem Leser, nicht Prinz Charles) den Spaß und plaudern aus dem Nähkästchen. Aber mit Bedacht! Man kann so eine “Über-mich”-Seite ganz individuell und so episch gestalten, wie man mag. Ich habe beim Stöbern viele nette Ideen gesehen. Ob eher anonym oder die ganze Lebensgeschichte und Photos im Schlafanzug. Wo setzt Ihr Eure Grenze, welches Bild wollt Ihr vermitteln?
Der Leser vermutet nämlich, wenn er mehr Privates oder Motivation und Beweggründe des Autors (des Blogger-Ichs) erfahren würde, würde er das Blog anders wahrnehmen, könnte er noch mehr aus dem Inhalt herausziehen. In der Literaturwissenschaft spricht man von Konzeptionsgeschichte. Was war rund um den Autor los: kulturhistorische und politische Situationen, persönliche Situation, Freunde, Familie, Vorbilder, Konflikte, Entwicklung, Einflüsse … (all das hat Konsequenzen auf das künstlerische Werk und wir fragen uns, was da bei Christo schief gelaufen ist, daß er alles und jeden einwickelt). Als Autor vertrete ich persönlich die Ansicht, daß meine Texte für sich sprechen und ich darin und über sie mit dem Leser kommuniziere. Das setzt allerdings voraus, daß sich der Leser auch etwas intensiver mit meinem Text beschäftigt. Was wiederum von der Qualität des Textes abhängt.
Anders gesagt: je besser die Texte, umso weniger brauche ich ein „Über-mich“, um das Blog mit Leben zu füllen. Auf der anderen Seite, je besser das Blog, umso mehr möchten meine Leser sich mit mir identifizieren, mich genauer kennenlernen. Denn dann gehört mein Blogger-Ich zu ihrem Leben, so wie ein Charakter aus einem Buch oder einer Soap. Es ist also sehr wichtig für uns, zu wissen, wie wir uns präsentieren wollen, und was wir mit unseren Lesern teilen wollen. Damit unsere Leser genau das erfahren, was sie wissen müssen, um unsere Inhalte (weitestgehend) in unserem Sinne zu verstehen.
Nehmt Euch doch einmal etwas Zeit und überlegt, wie Ihr von Euren Lesern gesehen und wahrgenommen werden wollt. Vielleicht wollt Ihr das auch aufschreiben? Ganz zwanglos und wie ein Brainstorming. Schmeißt mal ein paar Adjektive in den Raum: kreativ, lustig, chaotisch, modebewußt, niedlich, vorbildlich …
In dem Ihr Euch mit Eurer Blogger-Identität auseinandersetzt und der Frage nach Selbst- und Fremdwahrnehmung über das Blog, schärft Ihr Eure Sinne für Inhalte und Intention. Was ist meine Aussage, was vermitteln meine Inhalte. Aber auch als Leser seht Ihr Blogs anders. Nicht zwangsläufig im negativen Sinne kritisch, sondern vielmehr bewußter und unter eben diesen Gesichtspunkten.
„Über-mich“-Seiten oder „About“-Seiten sind nur ein kleines Puzzlestück in unserem Gesamtkonzept Blog. Aber auch dieser Teil sollte bedacht werden. Wir sollten uns (schon wieder) bewußt machen, wie wir wahrgenommen werden wollen, welche Wahrnehmungserwartung wir also an unsere Umwelt stellen. Und wir sollten auch ebenso bewußt überlegen, wer unsere Leser sind, was sie von uns erwarten und wissen wollen. Und danach richten wir die „About“-Seite ein. Wir teilen persönliche Informationen, die wir bereit sind, mit jedem unserer Leser zu teilen und die unser Blogger-Ich widerspiegeln und repräsentieren. In der Werbung haut man dem Kunden in dem Fall das Wort „Corporate Identity“ um die Ohren. Gesamtauftritt aus einem Guss. So erst werden und bleiben wir authentisch und ehrlich. Und das ist ja das, was Blogs so erfolgreich macht.
Damit Ihr aber nun nicht in multiple Blogger-Persönlichkeiten verfallt, habe ich mir eine, wie ich finde, ganz prima Übung für diesen Monat ausgedacht, von der ich denke, daß sie Euch ganz besonders viel Spaß machen wird.
Und hier kommt die neue Übung für diesen Monat:

 

Schreibe eine About-Seite („Über-mich“-Seite) für das fiktive Blog „ Süße Träume“ von (der ebenfalls fiktiven) Marlene oder „Schnapp-Schuss“ von Bernhard. Alles ist möglich!

Viel Spaß und haut in die Tasten!

 

Eine Übersicht über alle Kapitel und Übungen findet Ihr HIER

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    1. Ja liebe Alexandra, da es mir bei meinem Blog schon schwer viel über mich zu schreiben, bin ich gespannt wie meine fiktive Persönlichkeit ausfallen wird! Für mich keine leichte Übung…gib mir Zeit zum Nachdenken:-) Ich freue mich, dass es jetzt weiter geht!!!
      LG Nicole

    2. Liebe Alex,

      da mache ich auf jeden Fall wieder mit. Ich will nur vorher noch einen oder zwei „normale“ Artikel posten – denn auch das gehört ja zur Bloggeridentität: Ob man auch den eigentlichen Blogcontent bringt oder nur spielt :-)
      Dann werde ich mir aber mal eine schöne Legende für einen unserer beiden imaginären Freunde überlegen… Und in der Übung bin ich ja auch noch – immerhin ist es noch gar nicht lange her, dass ich meine eigene About-Seite verfasst habe (und dabei habe ich mir echt viel Mühe gegeben – vielleicht hast Du/habt Ihr dazu ja auch noch ein kleines Feedback?)

      Was ich mich nach der Lektüre Deines Artikels aber frage

    3. Mist, auf den falschen Button gekommen.

      Was ich mich frage: Was soll uns DEINE doch recht kurze About-Seite sagen ;-) ?
      Und: Wird die noch ausführlicher?
      Off topic: Ich habe übrigens auch in Münster studiert. Vielleicht habe ich ja sogar unbewusst mal was von Dir gelesen…

      Viele Grüße,

      Kathrin

      • Ja, liebe Kathrin, auf die Frage habe ich tatsächlich gewartet:) Du bist hier ja bei mir auf der Unternehmenseite und da habe ich das geschrieben, was ich beruflich mit Kunden teilen möchte. Wenn Du Dir zum Beispiel die About-Seite auf der „Lady-Gardeners“ anschaust, wirst Du merken, daß ich dort, gänzlich untypisch für mich, gelabert habe. Eigentlich ein tolles Beispiel, wie unterschiedlich About-Seiten, abhängig von den Seiteninhalten und der Kunden-/Leseransprache, aussehen können. Um aber Deine Frage zu beantworten: nein, die little edition wird nicht ausführlicher und die Lady-Gardeners eher wieder kürzer. Irgendwie hat sich bei vielen Bloggerinnen der Gedanke eingenistet, man müßte auf About-Seiten in monumentaler Länger alles über sich erzählen, vom ersten Kuss bis zum Pickel am Hintern. Das stimmt so nicht. Ein Blog ist keine Tupperparty. Wichtig ist, sich bewußt dafür zu entscheiden, was man von sich, und wie man über sich erzählen will. Aus dem Thema könnte man einen mehrstündigen Vortrag machen, da herrscht neben Ratlosigkeit auch viel Naivität. Was hinter der Übung steckt, so psychologisch, das verrate ich aber erst später! Ich freue mich jedenfalls ganz doll auf Deinen und alle anderen Beiträge und hoffe, daß meine Kommentare für alle hilfreich sind und Euch nicht davon abhalten, selbst zu kommentieren und mit den Texten zu arbeiten!!! Liebe Grüße, Alexandra

    4. Okay, dann gehe ich jetzt mal auf Deinem anderen Blog gucken und hoffe, dass meine doch recht ausführliche About-Seite nicht allzu monumental geworden ist…
      Und bin schon sehr gespannt auf den psychologischen Hintergrund dieser Übung!

      Liebe Grüße,
      Kathrin

    5. WoW!
      Was für eine tolle Übung!
      Ne About-Seite für das fiktive Blog
      „ Süße Träume“ von Marlene oder „Schnapp-Schuss“ von Bernhard….. so richtig zum Austoben? Genial!!!
      Und auf den Hintergrund der Übung bin ich ebenso gespannt wie auf die About-Seiten aller Teilnehmer.
      Ich freu mich wie Bolle!!!
      Zauberhafte Grüße!
      Katja

    6. Sooo, Bernhard is born! Ich konnte es nicht lassen und war ein bisschen albern:

      http://fraeuleinmaier.de/uber-mich/

      Die Aufgabe war aber auch kniffelig. Wie es aussieht wenn ich versuche eine vernünftige About-Seite zu schreiben könnt Ihr Euch ja auf der „Über das Fräulein“ Seite anschauen. Das hat definitiv noch ganz viel Potenzial… Deshalb freue ich mich schon sehr auf Euer Feedback und Alexandras Auflösung!

      Liebe Grüße,
      Lisa

    7. Liebe Alexandra,
      ich wollte nur sagen, dass ich Teil 2 noch auf meinem Radar habe. Meine Termine lichten sich so langsam…habe noch zwei Fotoshootings und dann geht es los. Ich träume schon Marlene, habe eine Idee, die ich in Ruhe umsetzten möchte! Bis wann habe ich denn Zeit?
      Dir ein schönes Wochenende.
      LG Deine Nicole

      • Liebe Nicole,
        ach, das hört sich doch gut an! Ich denke, sinnvoll ist es, die Übung innerhalb eines Monats fertigzustellen. Dann kommt ja das neue Kapitel und eine neue Übung. Theoretisch kann man ja jederzeit auch quer einsteigen, also Übungen vom Anfang machen, oder auch mal aussetzen (wobei ich mir natürlich bei jeder Übung was gedacht habe …). Ich freue mich einfach, wenn Du mitmachst und Du sollst ja Spaß haben und keinen Stress:) Ein schönes Wochenende wünsche ich auch Dir, die Alexandra

    8. Ich habe mich dann auch endlich mal ran getraut. Sonderlich gut war ich noch nie bei den „Über mich“-Seiten, daher hat mein Blog auch keine… ;)
      http://wanzawach.blogspot.be/2012/11/novemberaufgabe_25.html

    9. Liebe Alexandra,
      nun ist die Katze aus dem Sack…..
      Marlene hat sich auf meinem Blog verewigt.
      Ich bin wirklich soooooo gespannt…. WAS hinter der Übung steckt!
      Zauberhafte Grüße…. Katja
      http://hoetuspoetus.wordpress.com/2012/11/26/suse-traume/#more-1058

    10. So meine Liebe,
      Marlene ist geboren….
      http://www.kreativsein-blog.de/2012/12/schreibworkshop-kapitel-2-das-blogger-ich/

      Einen schönen Wochenstart wünsche ich Dir!
      Deine Nicole

    11. Ich habe bei meinem alten Blog die reset-taste gedrückt und fange fast bei null an. noch sind 2 tage zeit, oder? ich will auf jeden fall bis dahin meinen beitrag posten. kerstin

    12. So, ja … ich schreibe heute mal was zur Aufgabe, da alle auf die „Auflösung“ warten. So mysteriös ist das gar nicht. Wir haben mit diesem Kapitel sehr viel über Wahrnehmung nachgedacht. Die eigene und die von außen. Mit Marlene und dem guten Bernie hattet Ihr die Möglichkeit, a) in eine Rolle zu schlüpfen und aus dieser Perspektive und Distanz einen Charakter zu entwerfen. Das ist leichter, als über sich selbst zu schreiben und es regt an: wer ist das, was treibt der so, was wollen die anderen von ihm wissen, was müssen sie wissen, um sich ein Bild machen zu können. Und das hat total toll geklappt. Alle Marlenes und unser Bernie sind unglaublich unterschiedlich, lebendig und plastisch. Und wir hatten bestimmt alle sofort ein Bild im Kopf, eine Idee, wer das ist. Und b) habt Ihr eben genau das gemacht, worum es mir ging: zu hinterfragen. Was erzähle ich da und warum?! Der zweite große Spaß war das gegenseitige Kennenlernen. Ausgehend von zwei Informationen, dem Namen und dem Blog-Titel habt ihr ganz differenzierte Charakter erschaffen. Jede Marlene ist anders, ja, und unser Bernie! Worauf ich hinaus will … der individuelle Schreib-Stil und vor allem die Informationen prägen das Bild, das sich der Leser macht. Und Ihr habt es in Eurem Sinne geprägt. Ihr hattet die Kontrolle über das Erleben des Lesers und seine Gedanken und die Motivation, weiterzulesen. In der Werbung versuchen wir Texter das bis in den I-Punkt zu steuern, denn wir wollen ja ein Produkt verkaufen. In der Literatur ist man da subtiler, denn da soll ja schon gerne ein (wenn auch vom Autor gesteuerter) innerer Film ablaufen. Und Ihr wollt mit Eurem Block Leser unterhalten, Sponsoren vom Vorteil, bei Euch Werbung zu schalten, überzeugen und Eure Inhalte „verkaufen“ ( im Sinne von „feedback-optioniert rüberbringen“). Wenn Ihr an das Schreiben über Marlene und Bernie zurück denkt, und diesen Prozess jetzt auf Euch selbst übertragt, dann sollten da ganz spannende und reflektierte Über mich-Seiten bei rauskommen. Ich würde mir wünschen, wir hätten noch mehr Bernies und Marlenes bekommen, um noch mehr Vielfalt zeigen zu können, aber was nicht ist… Am Samstag geht es weiter mit dem dritten Kapitel und ich freue mich schon wieder auf die Aufgabe und wie Ihr sie alle lösen werdet. Habe ich schon mal gesagt, wieviel Spaß ich habe?? Bleibt mir treu und liebe Grüße, Alexandra

      • Liebe Alexandra, ich werde Dir auf jeden Fall treu bleiben! Ich finde es auch schade, dass so Wenige mitmachen, denn wir können doch voneinander am besten lernen. Mir hat Marlene sehr viel Spaß gemacht, und das obwohl Schreiben mir nicht so leicht fällt. Ich bin schon gespannt auf das nächste Kapitel:-)

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