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Blogparade Inspiration – „Über die Struktur ins Chaos“

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Auf Twitter bin ich dem Hinweis von Eva Obermann auf die Blogparade der Rechargers zum Thema #Inspirationsfeuer gefolgt und dachte gleich, die Aktion gefällt mir. Und da stehe ich nun und überlege, was ich zum Thema Inspiration beisteuern kann.

Was genau ist eigentlich Inspiration?

Wenn ich vom lateinischen Ursprung „spirare – inspiro“ ausgehe, dann bedeutet es Einatmen, Einhauchen. Ich atme etwas ein. Etwas weiter gedacht ist Inspiration etwas, was ich als Empfindung, Wahrnehmung in mich aufnehme. Dieser Eindruck löst dann eine Aktion, ein Gefühl, einen Gedanken, eine Idee aus. Inspiration wird so gesehen also von außen initiiert, aber erst in mir drin, in der Verarbeitung des Inspirierten, findet die Umsetzung statt.

Hm, das erinnert mich doch stark an den Prozess der Kreativität. Lässt sich Kreativität auf Knopfdruck produzieren? Ja und Nein. Ich kann mich bewusst in Situationen begeben, Eindrücken, Wahrnehmungen aussetzen, die Kreativität, einen Inspirationsprozess anstoßen können. Ob es dann in den Synapsen aber auch schnackselt? Ich kann keinen kreativen Output präzise vorherbestimmen, dann wäre er ja nicht mehr kreativ.

Kreativität impliziert, dass die Idee, der Gedanke, neu, unverbraucht, überraschend und ungewöhnlich ist.

Ich kann aber einen Nährboden für Inspiration und Kreativität schaffen, in dem ich mich regelmäßig einem kreativen Prozess öffne, diesen zulasse und wie bei regelmäßigen Sport mein Gehirn darauf trainiere, die bekannten und bewährten Denkwege zu verlassen.

Über die Struktur ins Chaos, um neue Odnung zu entwickeln.

Über Kreativität und wie ich kreatives Denken anstoßen kann, schrieb ich im Zusammenhang „Kreatives Schreiben“ im little blog.shop Schreibworkshop vor ein paar Jahren. (Liest Du HIER)

Buchcover The Writers Reader, Toni ScottBislang habe ich Gedanken über Inspiration und Kreativität beschrieben, das ist Inspiration auf der Meta-Ebene. Die nächste Frage wäre dann, durch welche Erlebnisse, mit welchen Techniken versetzen sich Autoren in einen kreativen Denkzustand? Wann fließen die Gedanken unzensiert? Bei einem Tee, am Strand, in einem Zenkloster, während der Loveparade, im Gespräch mit jemandem, auf dem Klo?

Es ist sicherlich schön, im Austausch mit anderen über die unterschiedlichen Erfahrungen und Möglichkeiten zum Thema Inspiration zu philosophieren. Ahh, der macht das, die macht es so… Ich möchte noch einmal zurück zum ursprünglichen Gedanken gehen. Inspiro = Einhauchen. Da schwingt der Gedanke mit, das Kreativität, das Kunst einen göttlichen Funken in sich trägt, der das Kunstwerk, den kreativen Output vom 08/15 Ergebnis unterscheidet und ihn darüber erhebt.

Und das passt auch zu dem Buch, welches ich gerade lese: The Writer’s Reader. Vocation, Preparation, Creation. [Edited by Robert Cohen and Jay Parini. Bloomsbury 2017]. Vocation bedeutet Berufung, Talent, Neigung. In dieser Essaysammlung beschreiben Autoren und Schriftsteller im ersten Teil, wie sie ihre Berufung fanden. Das hat auch was von Aufruf und ich bin gedanklich bei einem spirituellen Aufruf der Götter, der Muse (was auch immer jeder für sich einsetzen mag). Ein Aufruf durch die Götter … denn es ist wohl so, dass Berufung eine Kraft zu sein scheint, die sich ihren Weg bahnt, die nach draußen will, die ausgelebt werden will. Immer wieder liest man von Autoren den Satz „Ich muss schreiben“, als wäre es ein innerer Zwang, der sie treibt.

 

Musiker, Maler, Künstler, Wallstreet-Broker, wenn es die Berufung ist, dann gibt es kein Entkommen.

Und in diesem Sinne möchte ich eine kurze Geschichte erzählen, von Berufung, von göttlicher Intervention, vom Aufruf zur Berufung.

 

In den neunziger Jahren lebte ich in einer kleinen Stadt in Niedersachsen. In dem Haus in der schmalen Nebenstraße, in dem ich eine kleine Wohnung hatte, wohnte eine entzückende alte Dame. Wir grüßten uns immer sehr freundlich. Ich habe die alte Dame ein einziges mal besucht. Danach habe ich sie nie wieder gesehen. Den Besuch werde ich jedoch nie vergessen. Die Wohnung lag im zweiten Stock, vielleicht war es auch der dritte. Aber das spielt keine Rolle. Der Flur war schmal und das Wohnzimmer mit großen, dunklen Möbeln aus den sechziger Jahren vollgestellt. Wir nannten sowas früher Gelsenkirchener Barock.  Die vorherrschenden Farben waren Grün und ein dunkles Braun, wie polierter Mahagoni. Es war etwas düster und roch leicht muffig. So, wie man sich eben Wohnungen von alten Leuten vorstellt. Dabei war es blitzsauber, nicht, dass wir uns falsch verstehen.

Ich saß auf etwas abgewetzten Sofa und trank einen Tee mit der alten Dame. Sie muss etwa achtzig Jahre gewesen sein und ihr Gedächtnis war nicht mehr das Beste. Obwohl wir angeregt plauderten, wiederholte sich die gleiche Unterhaltung alle fünf Minuten. Ihr Blick verlor sich im Raum, fokussierte sich wieder und das Gespräch begann von vorne. Wir sprachen über den Wochenmarkt und das frische Gemüse, und sie zeigte mir voller Stolz ein Ölgemälde, welches Ihr Sohn gemalt hatte. Ich habe bestimmt dreimal aufs Neue erstaunt das Bild bewundert.

Beim vierten Mal standen wir auf, gingen zu dem Bild und sie erklärte mir, dass dieses Bild von ihrem Sohn sei und sie es oft anschauen würde. Ich lächelte und erwiderte, dass das ganz wundervoll sei und ihr Sohn sehr talentiert. Sie ergriff meinen Arm, schaute mich mit klarem Blick an und die Stimme, die vorher so weich und fast brüchig gewesen war, sprach nun klar, deutlich und artikuliert. Sie sagte zwei Sätze: „Sie haben die Gabe. Nutzen Sie sie!“ Der durchdringende Blick zog sich zurück, ihre Augen hatten wieder einen milchigen Schleier, suchten nach einem Fokus. Auch ihre gerade so klare Stimme war wieder weich, leise, etwas zittrig. Sie hielt einen Moment inne, als überlegte sie, wo sie aufgehört hatte zu sprechen. Es war der Wochenmarkt und das Gemüse und das Bild, welches ihr Sohn doch gemalt hat. Ich war zu erschrocken, zu irritiert von der Bemerkung, dass ich vergaß zu fragen, wie sie das gemeint hätte. Ich habe sie nie wieder getroffen. Weder im Flur, noch ergab sich eine Gelegenheit sie zu besuchen. Auf mein Klingeln reagierte niemand, obwohl sie da sein musste. Ihr Briefkasten, die Zeitung, all das wurde geleert. Dann bin ich in eine andere Stadt gezogen.

Ich frage mich, was aus der Dame geworden ist. Ob ihr Sohn sie besucht hat, ob sie irgendwann in ein Seniorenheim gezogen ist, was aus dem Bild geworden ist. Und ich verstehe bis heute nicht, was da eigentlich passiert ist.

Ich stelle mir vor, dass es Engel gibt und so ein Engel durch sie gesprochen hat. Ich stelle mir vor, dass sie, wie ein Medium in einer Trance, eine Botschaft von wo auch immer empfangen hat. So ein bisschen gruselig und mysteriös ist das ja schon. Wie auch immer, es ist wirklich so passiert und ich frage mich, was genau diese Gabe ist, ob ich sie bereits gefunden habe, ob es das Schreiben ist oder etwas anderes. Wie ich sie nutzen soll. Ich habe keine Ahnung. Wenn es das Schreiben ist, dann ist es da und ich erweise mich der Botschaft hoffentlich als würdig. Dann muss ich keine Angst haben.

Dann liegt der Weg vor mir, auch wenn das Schreiben jeden Tag neu, jeden Tag anders, jeden Tag verborgen vor mir liegt und die Geschichten, Worte und Sätze von mir entdeckt werden wollen.

 


 

Ihr seid neugierig, wer an der Bloggerparade teilnimmt und was es alles zum Thema Inspiration zu entdecken gibt? Dann folgt dem Link zu Eva:

Startschuss zum #Inspirationsfeuer – macht mit bei unserer Blogparade

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Auf der Suche nach der Autorenstimme

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Meine Autorenstimme, wortwörtlich. Wie finde ich sie und warum sollte ich sie suchen?

Im letzten Sommer habe ich die Kurzgeschichte „Eve“ veröffentlicht und da war der Gedanke: Ich könnte die Geschichte als Hörbuch anbieten. Selbstgelesen. Ein befreundeter Musiker attestierte mir eine jodelnde Stimme mit vielen Kieksern. Da war sie hin, meine zart keimende Podcasthoffnung. Mit der Stimme kann ich mich unmöglich unters Volk wagen. Vielleicht sollte ich generell über ein Stimmdouble nachdenken? Singen kann ich nämlich auch nicht.

Die Autorenstimme auf little edition.deAls ich – noch durchaus optimistisch – bei den Podcasthelden mit Gordon Schönwälder recherchiert habe, der außerordentlich profunde und unterhaltsame Informationen zum Thema zur Verfügung stellt, muss mich der Weihnachtsmann beobachtet haben. Denn unter meinen Geschenken war … ein Mikrofon.

Passend dazu schrieb Marcus Johanus von Lern- , Komfort- und Panikzonen. Fühlte ich mich vor einem Jahr noch kurz vor einer aufregenden Lernzone, so fully equipped ist das eindeutig die Panikzone. Ich? Reden? Laut? Vor Leuten?

Dazu eine kleine Anekdote:

Es war von der ersten Stunde Grundschuluntericht klar, dass Deutsch mein Ding ist. Und weil mein Lehrer so begeistert von meiner Vortragskunst war, fiel die Wahl auf mich, um bei einem Spendenkonzert von Ivan Rebroff die Blumen und ein paar Dankesworte zu überreichen.

Das Konzert war grandios. Ich werde Ivan Rebroff immer als Tevje (Anatevka) in Erinnerung behalten. Ich war aufgeregt. Erklomm die Stufen zur Bühne und stand vor einem Schrank von Menschen in einem pelzbesetzten Mantel. Ein Hühne mit Rauschbart und ich dachte: „Text … Text … lass Dir was einfallen … improvisiere … sag was!“

Ich habe improvisiert, den riesigen, mich kleine Person überragenden Blumenstrauß überreicht und wurde von Ivan Rebroff geknuddelt, bis ich keine Luft mehr bekam. Geschafft.

„Das war so toll, dass sagst Du noch mal ins Mikrofon, damit die 3000 Gäste das auch alle hören können.“

Ich wurde an den vorderen Rand der Bühne geschoben, stand vor einem Mikrofon. 3000 Menschen blickten mich erwartungsvoll an. Ich starrte zurück.

„Fiep!“

Am nächsten Tag besuchte meine Klasse Herrn Rebroff in seinem Hotelzimmer.Er saß auf einem samtbezogenen Stuhl und unser Chor, mit mir in der zweiten Reihe, sang ihm zu Ehren „Ein Jäger aus Kurpfalz“. Wieso war ich eigentlich im Chor? („Du hast so eine schöne, klare Stimme“). Egal. Ivan Rebroff war sehr tapfer, ich saß anschließend auf seinem Schoß, bekam ein Autogramm mit Herzen und einer persönlichen Widmung und ich habe mich geschämt. Für mein Versagen, für den Jäger aus Kurpfalz.

 

Seitdem kriege ich Schnappatmung, wenn ich vor mehr als drei Leuten reden muß.

Dieses Reden-Dings ist für mich eine große Sache. Im Sinne des Navigierens (wo fließt das Leben, wo geht es leicht, wo öffnen sich Türen) startete im Januar ein exklusiver Podcastworkshop mit wöchentlichen Beiträgen von Gordon. Check: angemeldet. Unsere Flensburger VHS hatte einen Platz im Kurs „Finde Deinen Ton“ von der Stimmtherapeutin Tanja Rossis frei. Check: angemeldet.

Ich habe mich als Toni vorgestellt. Method writing … ich will ja herausfinden, wer diese Toni ist, wie sie schreibt, welche Autorenstimme sie hat. Ich will meine Stimme wiederfinden.

Ich will mich auf dieses Abenteuer einlassen.

Aber von vorne. Unsere Sprache ist an unsere Anatomie und Physionomie gekoppelt. Ohne Atem, ohne Stimmbänder, Kehlkopf, Lippen, Zunge, Zähne, Zwerchfell geht gar nichts.

Linguisten untersuchen Sprache als System in unterschiedlichen Fachdiszplinen, die der Sprachwissenschaft untergeordnet sind. Spracherkennung (Siri, Cortana …) ist zum Beispiel so ein Anwendungsgebiet. Tolkien war Sprachwissenschaftler und so wundert es auch in keinster Weise, dass er nicht nur Sprachen erforschte, sondern auch eigene Sprachen entwickelte. Wobei ihn die Faszination für Sprache zur Wissenschaft führte, nicht anders herum.

Die Disziplin dahinter ist die Phonetik.

Sprache besteht aus Lauten – kleinen Lauteinheiten – die Phon/Phone genannt werden. In dem Moment, wo das Phon eine Lautbedeutung bekommt, wird es zum Phonem. Innerhalb einer Sprache sind die kleinsten Sinneinheiten wiederum Morphe, Morpheme mit eindeutiger grammatikalischer Bedeutung. Geschrieben und damit visualisiert werden diese Einheiten zu Graph und Graphem.

Wieder zurück zur Anatomie. Phone werden an unterschiedlicher Stellen gebildet. Es gibt Labiale, also Laute, die mit den Lippen gebildet werden, wie zum Beispiel der bilabiale Laut ‚b‘, aber auch Gutturale, die hinten in der Kehle gebildet werden, wie das ‚r‘ und ganz viele Laute dazwischen. Ich nutze meine Gesichtsmuskulatur, um die Luft so auströmen zu lassen, dass sie einen von mir gewollten Ton erzeugt.

 

In dem kleinen Schnupperkurs von Tanja Rossis habe ich mich mit meinem eigenen Klang auseinander gesetzt.

Erst einmal den eigenen Atemrhythmus, das Einatmen und Ausatmen bewusst spüren. Hebt sich der Brustkorb, dehnen sich die Rippen, kann ich meinen Atem bis in den Bauch spüren? Danach wurden „F’s“ geatmet. Das „F“ ist ein dentaler Laut, wird mit den Zähnen gebildet. Sanfte, zarte fffffffffs und schnippische, zackige FFFFs. Meine FFFs hörten sich trotz intensiver Bemühungen etwas schlapp auf der Brust an. Soll ja auch aus dem Bauch kommen:) Ich habe über das „F“ „Ws“ gleiten lassen, die auf dem Atemstrom schwammen, bin zum „O“ übergegangen, habe sauber artikuliert, unterschiedliche Stimmhöhen und -tiefen ausprobiert, habe die Atmung mit Bewegungen kombiniert und die Unterschiede wahrgenommen.

Und was bringt mir das nun?

Je sauberer ich artikuliere, je präziser ich meine Phone bilde, je exakter ich  meine Stimmwerkzeuge gebrauche, umso besser versteht man mich.

Meine Stimme wird als deutlich und klar wahrgenommen. Das hat als Nebeneffekt auch Bedeutung für meine Gesamtwahrnehmung als Mensch. Die Artikulation ist die Sprachverpackung. Es macht einen Unterschied, ob ich nuschele oder deutlich spreche. Und dieser Nebeneffekt wird Hauptthema, wenn ich mich über Sprache verkaufen muß. Wenn meine Stimme das Marketinginstrument ist.

Ein sehr schöner Satz von Tanja war: „Wir können nur das aussprechen, was wir vorher inspiriert, also eingeatmet haben.“

In dieses Sprechen kann ich nicht nur Sprachbedeutung als reine Information legen. Durch die Art, wie ich spreche, kann ich von meinem Gefühlszustand, von der Situation, von meinem Gegenüber erzählen, ich kann Kontext vermitteln und durch Emotionen anreichern.

Wenn Rufus Beck Harry Potter liest, dann leiert er die Sätze nicht einfach runter. Er gibt in Dialogen jeder Figur ein eigenes Sprachprofil, er betont Satzteile oder Wörter, macht Pausen und „zaubert“ dadurch ein Hörerlebnis, welches uns die Geschichte erleben und mitfühlen lässt.

Ich erinnere mich, auf youtube ein Video gesehen zu haben, in dem Meryl Streep gebeten wurde, total langweilige Informationstexte mit einem anderen Sprachkontext zu lesen … es war die Ellen De Generes Show, hier der Link: https://youtu.be/A8TSBw5JiWE

Als Autor komme ich vielleicht in die Verlegenheit, eine Lesung zu halten, vor Publikum zu sprechen oder ein Hörbuch einzusprechen. Und da will ich mich gut verkaufen. Mein Verkaufswerkzeug ist meine Stimme und die kann man wie alles andere auch trainieren.

Ich möchte mich weiter mit dem Thema Stimme auseinander setzen. Auf youtube stoße ich auf Vorträge von Dr. Monika Hein, die ausgebildete Specherin und promovierte Phonetikerin ist. Und ich verfolge Dr. Monika Matschnig, Psychologin und Expertin für Körpersprache. Beide halten nicht nur Vorträge, Coachings und Seminare, sondern haben auch Bücher geschrieben, in denen sie ihr Wissen vermitteln. Natürlich gibt es noch unendlich viele Videos zum Thema, männliche Stimmtrainer, die genannten Damen sind (m)eine spontane und willkürliche Auswahl.

Meine Atmung, meine Körperhaltung, meine Stimme greifen wie Zahnräder ineinander. Ich kann nicht gekrümmt wie ein Schluck Wasser in der Rechtskurve auf dem Stuhl hängen und dabei euphorisch „Ja, ich will!“ brüllen. Klappt nicht. Ich kann eine Haltung einnehmen wie ein angriffslustiger Stier vor dem Torero mit den Hufen scharrend, die Nüstern schnaubend in den Sand gesenkt und dabei zum Beispiel sagen: „Wie lieblich die Nachtigall mir will scheinen.“ Was löst allein das Bild beim Lesen aus?

Mit ein bisschen „Mi-Mi-Miiii“ ist es nicht getan.

Die Mischung aus Atmung, Körper-/Haltung und Sprachintention macht es. Dafür habe ich mir das Buch „Die Macht der Stimme“ von Ingrid Amon besorgt. Die Österreichische Sprecherin und Stimmtrainerin verbindet die einzelnem Zahnräder zu einem komplexen Übungsbuch und  ich erfahre sehr viel über die Stimme an sich, über das Training der Stimm- und Atemmuskulatur, wie ich meine Stimmwerkzeuge nutze, worauf ich achten muss, aber auch, wie ich meine Stimme pflege und wie ich sie gezielt nutzen kann. Dazu enthält das Buch eine Audio-CD mit Sprechübungen. Monika Hein bietet, ergänzend zu ihrem Buch „Sprechen wie der Profi“, eine App für das Iphone mit Übungen. Gibt es etwas, was es nicht gibt? Ich werde fündig und sehe, es gibt sogar Sprechtraining-Apps.

Ich werde damit kein professioneller Sprecher, dafür gibt es Ausbildungen. Aber die folgenden Punkte beeinflussen alle meine Stimme und wie ich sie nutzen kann. Und so werde ich mit den Materialien, die ich zusammen getragen habe, an meiner Autorenstimme arbeiten und die einzelnen Elemente genauer anschauen.

  • Körperhaltung
  • Atmung
  • Artikulation
  • Sprechrhythmus (Betonung, Pausen, Geschwindigkeit)
  • Sprechsituation (Vortrag, Lesung, Dialog)
  • Sprechmedium (Mikrofon, Studio)
  • Sprechabsicht (Verkaufsgespräch, Vorstellung, Erläuterung, Lesung)
  • Stimmpflege (Stimme aufwärmen, vorbereiten, trainieren, pflegen)
  • Psychologische Komponente, meine eigene  Stimme als Ausdruck meiner Persönlichkeit
  • Stimmspaß, Singen, Artikulieren, mit Sprache spielen

 

Ich glaube, meine Taktik hat sich bewährt. Bei youtube reinschnuppern, Literatur vergleichen, lokale Angebote (VHS) nutzen und dann da vertiefen und gegebenfalls mit Apps ergänzen, wo man mehr lernen möchte. Ich habe jetzt schon mehr gelernt, als ich zu Beginn vermutet hatte. Meine Stimme finde ich nach wie vor so naja. Ich habe auch noch keinen Extremtest vor Menschen gemacht. Ich geh die Sache langsam an. Mein nächster Schritt ist eine individuelle Trainingsstunde mit einer Gestalttherapeutin, die sich auf Stimmgestaltung spezialisiert hat. Und natürlich werde ich weiter mit dem Buch arbeiten.

Stimm- und Sprechtraining, die eigene Autorenstimme finden ist ein Prozess, der unbewusste Konflikte an die Oberfläche bringen kann, der im besten Sinne eine Abenteuerreise zum eigenen Ich ist, der am Ende nicht nur Stimmbildung, sondern auch Persönlichkeitsentwicklung ist.

Wenn man den Mut hat, der eigenen Autorenstimme zu folgen.

 

 

Links


Stimmwerkstatt Tanja Rossis  www.diestimmwerkstatt.de

Dr. Monika Hein www.monikahein.de

Dr. Monika Matschnig www.matschnig.com

Ingrid Amon www.iamon.at

Die Podcasthelden www.podcast-helden.de

Marcus Johanus www.marcusjohanus.wordpress.com (Link führt zum oben erwähnten Artikel)

 

 

 

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5 Erkenntnisse: Was ich vom Sport über das Schreiben gelernt habe

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Mein Atem gibt den Rhythmus gleich einem Mantra vor. Fff-Fff-shh-shh – Fff-Fff-shhhhh – Fff-Fff-Shh-Shh… Meine Füße finden von alleine den Weg. Ich lass den Körper mal machen, während ich mit meinen Gedanken beim Schreiben bin.

Sich mit dem eigenen Schreiben, mit dem eigenen Tun auseinander setzen ist Persönlichkeitsentwicklung. Wenn ich wissen will, wo mein Weg hinführt, wo ich mit dem Schreiben landen will, muß ich mir nur den Sport angucken, mich beim Sport beobachten. Ich gehe an den Anfang zurück in die Kinderzeit.

Ich habe den Schulsport gehasst. Ich trage eine Brille und bin so reaktionsschnell wie eine Schildkröte. Volleyball? Fehlanzeige. Auch Geräte jeder Art hatten eine abschreckende Wirkung. Schwebebalken, Barren… zu hoch, zu schmal, zu was auch immer. Nicht meins. Dafür war ich ganz flott unterwegs. So alleine. Schwimmen – ohne Brille wie ein Maulwurf auf hoher See, wo war der Pilotfisch? Bälle flogen bei mir auch nicht weiter, als ich einen Sumoringer schubsen könnte.

Ich habe Judo ausprobiert, zweineinhalb Jahre. Zu viel Feindkontakt. Ich habe Badminton gespielt, da bleibt der Feind hübsch hinter seinem Netz, aber das mit dem Ballwege antizipieren… nun ja. Ich habe 1988 einen Tanzkurs gemacht, ich mag das durchaus, würde aber nicht mit fremden Männern tanzen, auch keinen Bekannten, außer dem Geehelichten. Zuviel Kontakt. Zuviel Führung vom Gegenüber.

Erste Erkenntnis: Man muß die Dinge ausprobieren um herauszufinden, ob sie zu einem passen.

Ich hatte nie das Gefühl, für irgendeine Sportart ausreichend talentiert zu sein. Dann die Wende an der Uni. Flott fit werden. Eine Studienfreundin und ich besuchten die Einführungsveranstaltung für Krafttraining. Potenziertes Testosteron vorm Spiegel und drei Studentinnen mit 200g Hanteln, geschminkt, am labern. Zu denen wollte ich auf keinen Fall gehören. Also habe ich angefangen, für mich allein. Meine Studienfreundin stellte fest, daß es nicht reicht, dreimal auf eine Hantel zu schauen, um wie Claudia Schiffer auszusehen und gab auf. Ich trainierte. 45 Minuten auf dem Crosstrainer im Geländemodus und dann an die Geräte. Ich war allein mit einem Haufen männlicher Studenten. Nach sechs Monaten bekam ich das erste Lob für vorbildliches Aufwärmtraining. Der erste Sportkollege half beim letzten little editionSatz, feuerte an, grüßte. Ich war dabei. Ich hatte mir den Respekt verdient. Und wir waren eine coole Truppe, 8 Jungs (ich eingeschlossen) aus allen Studienbereichen, die dort überhaupt keine Rolle spielten. Das ist gelebte Toleranz. Wir brachten Musik mit in den Kraftraum, den wir bei Brötchen und Cola an einem Wochenende neu strichen. Wir quatschten und halfen uns gegenseitig, feierten Erfolge: Klausuren, Seminarscheine und der dickste Muskelumfang. Mit einem Oberarm von 27 cm hatte ich keine Chance, aber dafür standen sie alle ehrfürchtig um mich rum, als ich an der mittelalterlichen Beinpresse alle 240kg gedrückt hielt. „Jungs, ich hab‘ sie!“

Natürlich ist das eine Egosache. Wir konnten uns selber auf den Arm nehmen. Es gab auch welche, die tatsächlich mit nacktem Oberkörper vor dem Spiegel trainiert haben. Das bot sich bei mir jetzt nicht so an. Und natürlich habe ich mich amüsiert, wenn ich Klimmzüge machte oder an einem anderen Gerät die Kiloscheiben im höheren Bereich arretieren ließ und ein männlicher Neuzugang zuguckte, überlegte, wenn das kleine Mädchen das kann… und sich dann gar nichts bewegte. Das darf mal sein, oder? Sie nannten mich Animal. Klimmzüge mit den Fingerkuppen auf der Türzarge. Wasserkisten an zwei Fingern. Mittlerweile bin ich davon soweit entfernt wie vom Mond. Also zehre ich von seligen Erinnerungen.

Zweite Erkenntnis: Wenn ich mir etwas vorgenommen habe, ziehe ich das durch. Soll’n se doch alle gucken.

Nach dieser einmaligen Zeit landete ich beim Aerobic. Nicht diese 80ger-Version mit Sydne Rome auf Schallplatte, die ich in meinem Kinderzimmer gemacht hatte. Schon das, was man jetzt so kennt. Gefiel mir gut. Kam ich mit klar. Der Vorteil: man ist nicht allein, muß sich aber auch mit niemandem direkt auseinandersetzen.

Dann kamen zwei Kinder und die unausweichlichen Pfunde. Ich dachte an das »Animal« und starrte heulend auf 86kg Körpergulasch im Spiegel. Das war ich nicht. Und nun? Ich saß mit einer Freundin bei Kaffee und Schokolade auf dem Sofa und wir bemitleideten uns gegenseitig. Davon nimmt man nicht ab. Wir haben noch am selben Abend das Training im Schwimmbad aufgenommen. 1000m, jeden Mittwoch. Ich kaufte mir Kontaklinsen, eine Schwimmbrille und packte den Freitag mit 2000m oben drauf. Es hat vier Wochen Brettchentraining gedauert, bis ich das mit der »Unterwasseratmung« raus hatte. Ich habe mich wirklich wie Patric Duffy („Der Mann aus Atlantis“) gefühlt, als ich schwimmen und atmen konnte und es keinen Unterschied machte – so lufttechnisch – ob ich über oder unter Wasser war. Das war unglaublich. Meine Kraultechnik hat trotzdem was von besoffene Seerobbe. Dann schloss das Bad und ich saß wortwörtlich auf dem Trockenen.

Dritte Erkenntnis: Einfach anfangen, weitermachen, nicht aufgeben.

Ich fand Laufen ja immer doof. So in der Gegend rumrennen. Mit Kind und allem ist sowohl das finanzielle, als auch das zeitliche Budget begrenzt. Ich habe in ordentliche Laufschuhe investiert, meine Sportuhr umgeschnallt. Genau die, mit der ich schon meine Schwimmzeiten gestoppt hatte. Dann habe ich eine kleine Route in der allernächsten Umgebung gesucht und bin los. 1 Minute Laufen, 2 Minuten gehen. Bis sich die Masse in Bewegung gesetzt hatte, war die Minute auch schon fast rum. Nach 5 Durchgängen habe ich mich gefagt, was mich da eigentlich getreten hat. Okay, es war das Wort mit „Sch…“. Ich habe weiter gemacht. Nach ein paar Wochen bin ich total euphorisch 17 Minuten am Stück getrabt. Die Runde wurde etwas größer und beinhaltete nun die Straße zum Yachthafen Fahrensodde. Die Pyrenäen sind nix dagegen, ganz ehrlich! Ich bin sie hochgelaufen. Von unten, vom Strand hoch! Das erfordert Willenstärke und Disziplin, alles tut weh, der Muskel beißt, das Hirn jammert ohne Unterlass. Ab da war alles möglich.

little editionMarathon – New York, ich komme! Ganz real habe ich mir überlegt, dass ich dann auch die Roikierseerrunde laufen könnte. Durch den Wald, praktisch bis Glücksburg. Waren es bisher bummelig 3km, wartet die Roikierrunde mit 8km und vielen kleinen Hügeln auf. Wie ich so bin, habe ich mir das vorgenommen, keinem erzählt und bin los. Ich habe mir einfach gesagt, dass ich das überhaupt nicht schaffen muß und einfach langsam losgehoppelt. Mal gucken, was passiert. Auf der Rückrunde ist auch so ein Psychohügel, den bin ich dann gegangen. Und ich bin wirklich langsam, brauche eine gute Stunde. Auf dem vorläufigen Höhepunkt bin ich die Runde zweimal hintereinander gelaufen, mit Zwischensprints. Als logische Konsequenz habe ich mich für den womensrun in Hamburg angemeldet.

Anekdote: die Waldwege sind nicht gerade, also laufe ich da, wo es möglichst eben ist, um die Gelenke zu entlasten. Das heißt, ich laufe mal auf dem rechten Rand oder der Mitte, oder links. Eines Tages trabe ich um eine Kurve, auf der linken Seite!, als mir ein älteres Ehepaar entgegenkommt, ich ausweichen muß und angebrüllt werde: „In Deutschland geht man rechts!“ Da fehlen einem die Worte. Sollte ich jetzt einen trainingsphysiologischen Vortrag über einseitige Belastung von Gelenken und Menisken halten?

Um die Laufgeschichte kurz zu machen: Stechen im Knie, runder Schnubbel am Oberschenkel, große Arztpanik mit MRT. Leute, das ist kein Krebs, ich habe keine Zeit zum Sterben. Dafür Training im A… Ich bin den womensrun 2011 – offizielles Motto »Running Queen« gelaufen, getaped bis zu den Ohren und mit der Vermutung, dass es wahrscheinlich der einzige Lauf in meinem Leben sein wird. New York adé. Eine Woche nach einer wirklich tollen und emotionalen Veranstaltung in Hamburg lag ich unterm Messer. Der Schnubbel war eine unüblich große Fettgeschwulst, die sich an das Kniegelenk gefressen hatte. Der Knorpel unter der Kniescheibe im Dutt. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun.
Nach zwei Wochen kamen die Tackerdinger raus (Knie sah aus wie Frankenstein…) und ich habe mit Pilates angefangen. Ich hatte schon ein paar Jahre Pilates gemacht, den V-Sit habe ich nie zur Perfektion gebracht. Und auch, wenn man das Powerhouse trainiert,braucht man erstaunlich oft das Bein, auch wenn man es nur mittelbar nutzt. Heißt: wenn ich das rechte Bein trainiere, färbt das auch auf das linke Bein ab. Das war zumindest der Plan. Es hat ein bisschen gedauert, aber ich habe wieder mit dem Laufen angefangen. Von vorne, bei Null. Das Knie mochte das nur bedingt und muckte schon bei Treppenstufen. War ich alt? Rottete ich jetzt vor mich hin?

Vierte Erkenntnis: Es kommt immer anders, als man denkt. Wenn Plan A nicht funktioniert, hilft es nichts. Akzeptieren und Plan B entwickeln. Und eben wieder von vorne beginnen.

Wir haben einen Sandsack im Flur hängen. Ich mache ein Kickbox-Cardio-Workout, was meinem Orthopäden graue Haare beschert, Pilates, Yoga und Meditation in einer wilden Mischung. Dieses Jahr bin ich zum ersten Mal wieder gelaufen, die Roikierrunde. Aus dem Stand 4km am Stück geschafft, den Rest »gewalkt«, zusammen mit dem Herzbesten, das war sehr schön. Ich mußte lernen, einige Übungen an die Knie-Realität anzupassen. Ich mache das dann eben anders.

Fünfte Erkenntnis: Nicht jeder versteht, was und warum Du das genau so machst. Das spielt auch keine Rolle. Wichtig ist, darauf zu vertrauen, selber den Weg zu finden.

 

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Beim Schreiben kalte Füße resp. Hände bekommen?

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Draußen ist Herbst. Das ist okay, denn dann schmeckt warmer Apfelstrudel, heiße Schokolade, der Kamin brennt und mit Kissen, Keksen und Buch kann ich es mir auf dem Sofa gemütlich machen.

Beim Schandstulpen-braunhreiben kommt mir das kühle Wetter nicht so gelegen. Als staatlich geprüfte Frostbeule habe ich (auch im Sommer) kalte Füße und beim Tippen auf der Tastatur auch gerne kalte Hände. So richtig – mit blauen Fingernägeln. Kennt Ihr das? Habt Ihr das auch?

Unten rum ist das kein Problem. Weiche Sportsocken und darüber selbstgestrickte flauschige Wollsocken. Ich war 15 oder 17, als ich meine Oma gefragt habe, ob sie mir beibringen kann, wie man Socken strickt. Denn ich würde ja vielleicht auch mal eine Oma werden und spätestens dann müßte ich Socken stricken können, sonst wäre ich ja keine richtige Oma. Auch eine Logik…  Das war damals ein heeres Ziel und es hat gedauert, diverse Flüche eingeschlossen. Aber: ICH kann Socken stricken. Damit bin ich gewissermaßen autark, denn wenn es um warme Füße geht, bin ich auf niemanden angewiesen:)

Den Nutzen hat auch der Herzbeste sofort erkannt und trägt nichts anderes. Für den Sommer hat er von mir Sneakersocken aus einem leichten Baumwollstretch bekommen. Und als schöne Tradition gibt es zu jedem Hochzeitstag ein neues Paar. Da die Wollkollektionen immer schöne Namen haben, tummeln sich in der Schublade „Boston“, „Coyote“, „Wanderweg“, „Hans-im-Glück“, „Froschkönig“, „Peppermint“ (Ringelsocken im Seeley-Booth-Gedächtnislook)…

handstulpen-gruenVor ein paar Jahren habe ich mein Repertoire (Socken) drastisch um Mützen, Schals und Handschuhe/Pulswärmer erweitert. Und diese Pulswärmer sind wirklich praktisch. Die Finger sind frei, aber die Kälte zieht mir nicht so in die Knochen, weil der Rest murkelig warm ist.

Mit und ohne Muster, gehäkelt oder gestrickt und in variabler Länge und Farbe passen Handstulpen zu jedem Outfit und sind nebenbei auch eine ganz gute Geschenkidee. Noch ist es nicht zu spät und Handstulpen gehen auch ganz zügig. Wer jetzt inspiriert ist…

Die Anleitung für die gehäkelten Handstulpen „Myrtle“ findet Ihr auf der Seite der norwegischen Wollmarke Drops: HIER, die auch gleich die passende Wollempfehlung haben. (Keine Werbung, mein persönliche Meinung).

handstulpen-rosahandstulpen-grauFür Hilfe, Tipps, Anleitungen und Kniffe beim Stricken und Häkeln ist die Seite von Elizza eine hervorragende Quelle. Die „unsichtbare Naht“, zum Beispiel zum Vernähen der Sockenspitze, war für mich ein Highlight! Und zum Glück gibt es die Anleitungen als Video. Zugucken ist meistens einleuchtender, zumindest geht mir das so. So geschehen bei der ebenfalls pfiffigen Methode für einen sauberen Mausezähnchenrand, die ich auch dort gefunden habe.

handstulpen-karismaIch kann mir auch Männer mit Handstulpen gut vorstellen, mit weniger Gedöns und schlichter, vielleicht mit halbem Daumen? Ich denke dabei an die Verfilmung von Charles Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“ mit Patrick Stewart und Richard E. Grant in den Hauptrollen. Im herz- und temperaturkalten Kontor von Ebenezer Scrooge trägt sein Assistent (R.E. Grant) Ärmelschoner, wie das damals eben so war. Nicht nur Buchhalter, auch Buchsetzer trugen bis ins 20. Jh. so einen Schutz. Und das hat doch auch was!

Also, rann an die Nadeln und kuschelige Handstulpen stricken. Habt Ihr andere Ideen und Tipps gegen kalte Hände und Füße beim Schreiben? Dann lasst Euch nicht lumpen und teilt sie hier!

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Finde den Fehler – Proofread und Schreibprogramme

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Selber Korrekturlesen – kostet „nur“ Zeit. Wozu gibt es Programme?

Seit 2013 schreibe ich mit scrivener, einem Schreibprogramm von Literature&Latte aus Cornwall, das es für Mac und Windows gibt. Das einzige Manko ist die Rechtschreibprüfung, die zwar „lernt“, aber eben nur grob funktioniert.

Wer ein größeres Budget hat und wer den Duden Korrektor gleich mit dabei haben möchte, für den ist das deutsche Schreibpogramm Papyrus Autor mit integriertem Duden eine Option. Über Schreiborganisation und Command Center habe ich übrigens HIER geschrieben.

Meine Website läuft mit WordPress und ich kann im Backend problemlos Beiträge schreiben und bearbeiten. Dafür habe ich das Plugin TinyMCE. Jetpack bietet eine Korrektur an, die aber auch nur als erster Ansatz zu verstehen ist. Wem das Backend optisch zu wühlig ist, für den ist das Plugin JustWriting interessant. Ein Stiftsymbol im Editor leitet auf einen weißen Bildschirm um, wo nur noch der Beitragstext in einem Kasten erscheint. Die Toolleiste am oberen Rand blendet sich ebenfalls aus. Justwriting bietet auch eine Proofreadfunktion. Ich probiere das Plugin gerade aus,  weiß noch nicht, ob ich es brauche. Eigentlich kann ich die Backend-Umgebung und alles andere auch ganz gut ausblenden – und was das Proofread angeht…

Der Duden Korrektor als Programm wurde eingestellt. Unlängst wurde ich allerdings auf ein neues Produkt aufmerksam: Die Firma EPC hat den Duden Korrektor 12.0 für Micorsoft Office auf den Markt geschmissen. Auch hier kann man mit einer 30 Tage Testversion gucken, ob es passt. Den Korrektor mit Thesaurus gibt es wahlweise für 6 Monate als Kurzlizenz für 34,51€ (inkl. Mwst.) oder in der Vollversion für 94,01€ (inkl. Mwst.). Entscheidet man sich für eine Kurzlizenz und wandelt diese nach Ablauf in eine Vollversion um, wird der bereits gezahlte Betrag angerechnet. Zukünftige Updates sind allerdings nicht kostenlos.

Dann doch lieber Duden.de und Printmedien?

Schreibprogramme an sich sind Gold wert -Floskelalarm:) – und ich bin mit scrivener sehr glücklich. Eine gute Korrekturfunktion/Programm erleichtert die Arbeit ungemein. Ich sehe das wirklich als Arbeitserleichterung und Ergänzung, denn man sollte IMMER SELBER korrigieren. Irgendwas flutscht immer mal durch (und das finde ich verzeihlich), aber grobe Fehler oder einfach faule Nachlässigkeit empfinde ich als Respektlosigkeit dem Leser gegenüber.

Was meint Ihr? Gleich Papyrus Autor oder Baukasten-Prinzip mit z.B. Duden Korrektor + dem Schreibprogramm Eurer Wahl? Und wie sieht es mit dem Ablenkungsfaktor beim Schreiben aus? Nutzt Ihr „Justwriting“ schon?

 


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