Rauhnächte, die Zeit zwischen den Jahren

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Rauhnächte, die Zeit zwischen den Jahren

In wenigen Tagen beginnen die Rauhnächte, die für mich jedes Jahr etwas Besonderes sind. So besonders, dass ich sie mit Euch teilen möchte.

Die Rauhnächte beginnen am Thomastag, der Wintersonnenwende vom 21. auf den 22. Dezember und enden mit der Perchtnacht vom 5. auf den 6. Januar. Die Überlieferungen weichen in kleinen Teilen voneinander ab. Unsere „Feiertage“ gehören zu den besonderen Rauhnächten.

Als die vier wichtigsten Rauhnächte gelten daher die Wintersonnenwende vom 21. auf den 22. Dezember, die Weihnachtsnacht, 24. auf 25. Dezember, die Neujahrsnacht, Silvester auf 01. Januar und die Perchtnacht, 5. auf 6. Janaur.

Sicher ist, dass diese magische Zeit zwischen den Jahren die Tore zwischen den Welten öffnet. Frau Holle und Odin lassen ihre Zeichen zurück, Kobolde treiben Schabernack, die „wilde Jagd“ hat begonnen. Mit Räucherungen wird nicht nur das Haus gereinigt, sondern auch böse Mächte vertrieben, die in diese Welt kommen und Orakel befragt.

Wo genau der Begriff Rauhnacht herkommt…  das mittelhochdeutsche „Rûh“, Unruhe, aber auch der Bezug zu mittelhochdeutsch „Ruch“, Fell oder „raunen“, was den Bezug zur Wilden Jagd um Wotan und das Jenseits herstellt, sind möglich. Man muß sich vorsehen, nicht durch Unbedachtheit von der Wilden Jagd mitgenommen zu werden. Während die Julnächte zum Feiern da sind, gehört den Rauhnächten alles Ruhige, Magische. Die zwölf Nächte ( die Zählung wird erst am 24. begonnen) sehen das neue Jahr voraus, das Wetter aber auch Glück und Unglück.

Von früher kenne ich das noch, dass zwischen den Jahren keine Wäsche gewaschen werden durfte und schon gar nicht draußen aufgehängt. Die Wilde Jagd könnte sich darin verfangen und das weißes Laken als Leichentuch für den Besitzer verwenden. Überhaupt sollte man sich mit den jenseitigen Mächten gut stellen und sie durch Opfergaben besänftigen.

Das Gelärme in der Silvesternacht diente eben diesem Zwecke, böse Mächte zu vertreiben. In der Nacht zum 06. Januar rasselt und lärmt die Percht noch ein letztes Mal, bevor das neue Jahr beginnt und in der Tiefe der Erde der Frühling erwacht, lange bevor wir es bemerken.

Rauhnächte little edition by Toni Scott

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf einer spirituellen Ebene kann man die Rauhnächte als ruhige Zeit nutzen, um über das alte Jahr nachzudenken. Was habe ich erlebt? Welche Chancen und Gelegenheiten habe ich ergriffen oder verpasst? Was war gut, was nicht? Was nehme ich mit ins neue Jahr und wovon nehme ich Abschied oder lasse es gerne im alten Jahr zurück?

Wer gerne orakelt, kann dies jetzt tun. Ich schreibe meine Träume aus den Rauhnächten in ein eigenes Rauhnachttagebuch auf. Jede der zwölf Nächte steht für einen Monat im neuen Jahr und meine Träume sind manchmal eher metaphorisch und manchmal auch sehr direkt und zutreffend.

Die ruhige Zeit zwischen den Jahren lädt aber auch ein, das neue Jahr zu begrüßen. Welche Ziele habe ich im neuen Jahr. Was möchte ich beginnen. Welche Menschen sollen mich in diesem Jahr begleiten. Woran möchte ich arbeiten? Die Rauhnächte sind, wenn man so will, eine sehr alte Form der Achtsamkeit, die eng mit Dank und Demut verknüpft ist. Wofür bin ich dankbar, wem sollte ich vielleicht auch mal einen Dank ausprechen? Was kann und will ich wertschätzen?

Mein Begleiter in dieser Zeit ist neben dem Rauhnächtetagebuch ein kleines Buch, welches mir meine Seelenschwester vor vielen Jahren geschenkt hat.

Jeanne Ruland, Das Geheimnis der Rauhnächte. Ein Wegweiser durch die zwölf heiligen Nächte. Schirner Verlag. Darmstadt 2009. ISBN: 978-3-89767-865-1

Dort sind die einzelnen Tage und ihre Bedeutung erklärt und Fragen, die ich mir für diesen Tag stellen kann oder kleine Aufgaben.

Für mich ist das ein schönes Ritual. Morgens schreibe ich die Träume auf, abends ein paar Dinge, die am Tag passiert sind. Und zwischendurch nehme ich mir Zeit auf dem Sofa am Kamin, trinke einen Tee, knabbere an Plätzchen und denke über das Jahr nach. Dieses Innekehren und Innehalten brauche ich. Es erdet mich und hilft mir, ganz bei mir zu sein, um mich dann auch wieder hinaus in die Welt zu wagen.

Habt Ihr auch Lust, die Rauhnächte zu begehen? Alles, was Ihr dafür braucht, ist ein kleines Heft und einen Stift am Bett, um die Träume und das Tagesgeschehen zu notieren. Und vielleicht habt Ihr auch Zeit für eine schöne Kerze, eine Räucherung und ein paar Gedanken zu

  • wofür bin ich dankbar
  • was lasse ich im alten Jahr zurück
  • was wünsche ich mir für das neue Jahr
  • welche Menschen waren Teil meines Lebens im letzten Jahr
  • welchen Aufgaben mußte ich mich stellen
  • was habe ich erreicht

Ich wünsche Euch magische Rauhnächte, viele schöne Lesestunden und Schreibinspirationen

 

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