Author Archives: Toni Scott

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Strickpullover by little edition

Jump into writing, der Schreibpullover

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Nein, er schreibt nicht von alleine. Der Schreibpullover ist auch keine Techno-Hose wie bei Wallace & Gromit. Der Schreibpullover ist einfach nur ein flauschiger Wollhaufen mit genügend Platz für Pizza, Kekse und Schokolade, damit man beim Schreiben nicht verhungert, die Speckröllchen nicht kneifen und mit ganz langen Ärmeln mit eingebauten Handwärmern gegen kalte Hände beim Tippen.

Es geht also weniger um Eleganz, denn um Gemütlichkeit. Zum Schreiben ist das Außen nicht wichtig. Es wird nur dann wichtig, wenn es stört, das Außen vom Schreiben ablenkt. Kalte Hände und steifgefrorene Finger sind einfach zu viel des Außen und machen das Schreiben unmöglich. Zumindest für mich mit meinem arktischen Blutdruck.

Ich hatte bereits kleine Strickprojekte wie Mützen und Handstulpen umgesetzt und so Pulswärmer sind echt eine gute Alternative. Aber ich wollte mehr. Und nachdem ich diesen Pullover gesehen hatte, fühlte ich mich bereit für eine neue Strickherausforderung.

 

Auf Pinterest  (wie immer) fündig geworden, habe ich ein Board mit meinen Strickinspirationen für Dich angelegt.

 

Auf ins Strickabenteuer: Anleitung auf ravelry gekauft „downgeloaded“ und ausgedruckt, Wolle in meinem Lieblingswollgeschäft ausgesucht, passende Stricknadeln (bezahlt …) und es konnte losgehen. Die Ausführung gestaltete sich schwieriger als erwartet, da meine Wolle deutlich dünner als die für die Maschenprobe angegebene war und ich den Pullover größer und weiter haben wollte. In Teilen war es experimentelles Stricken und ich musste diverse Male komplett neu anfangen, viele, viele Reihen aufribbeln, wieder neu ansetzen, umdenken und planen. Für den allerersten Pullover und die Nerven keine guten Voraussetzungen, aber Zähigkeit zahlt sich aus und nach tatsächlich neun Monaten inklusive einer Strickpause wegen der blöden Arthrosehände habe ich ihn fertig gestrickt.

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Da isser. Weit, fluffig, mit extralangen Ärmeln und Daumenloch.

Wenn Dir der Pullover gefällt, dann findest Du auf Ravelry die Strickanleitung von Atelier Alfa  (die ich für mich abgewandelt habe) und auch Beispiele von anderen Strickbegeisterten, die dieses Modell gestrickt haben (wenn Du einen Account hast).

Wo ich nun so im Schwung war, habe ich aus den Resten eine Mütze gestrickt. Schnörkellos im Ringellook, das klappt in drei Tagen und Mützen mag ich auch sehr. Mein erste Mütze wurde nach einer schottischen Strickanleitung gefertigt, die ich ebenfalls auf Pinterest/Ravelry entdeckt hatte und ich habe sie in allen Varationen von Farben und Wollen. Und wo das mit der Mütze schon so gut geklappt hat, … ein Schauchschal ist dann auch keine Herausforderung mehr. Ich hab‘ es eben gerne warm und kuschelig!

Der Sommer war ja nun … irgendwie blöd, dafür kommt der Herbst so sicher wie das A … und vielleicht habt Ihr auch so kuscheligwarme Strickprojekte oder seid gerade frisch inspiriert?

Ich stricke jedenfalls als nächstes Projekt einen Schlauchschal mit keltischem Knotenmuster … der liegt hier schon in der Warteschleife.


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little edition by Toni Scott

Geschützt: Klein, Stark … Tödlich!

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little edition by Toni Scott

Rezension „Crossroads, Ein Inspector Norcott Roman“

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little edition by Toni ScottEs gibt Geschichten, die verdienen eine besondere Leseumgebung. In diesem Fall geht es um den Krimi ‚Crossroads‘ von Jürgen Albers. Wir schreiben das Jahr 1940. Der britische Chief Detective Inspector Charles Norcott hadert mit dem Tod seiner Frau, was auch berufliche Spuren hinterlässt und so kann er wenig dagegen tun, auf einen Posten auf die Kanalinsel Jersey weggelobt zu werden.
Die Kanalinseln verbinden die gute englische Tradition mit französischem Flair, einer üppigen Bilderbuchvegetation, bedingt durch den warmen Golfstrom und die Nähe zu Frankreich. Fischerboote, die in der glitzernden See dümpeln, emsiges Treiben am Hafen, Touristen, Märkte. So idyllisch diese Aussicht, so schnell ist die Illusion vorbei.

Eine junge Frau wird auf der Nachbarinsel Guernsey ermordert, die Deutschen Truppen halten Frankreich besetzt und die kleine Inselgruppe wird zum Dreh- und Angelpunkt unterschiedlicher staatlicher Interessen. Die britische Armee zieht sich zurück, dafür kommen die Deutschen. Ein Großteil der Bevölkerung flieht, die Zurückgeblieben versuchen aus der völligen Isolation und Abgeschnittenheit das Beste zu machen. Norcott ermittelt nun auf Guernsey und wächst mit diesem neuen Team zusammen, findet Freunde und Unterstützung an Stellen, wo er es nicht vermutet hätte.

Ich denke, der Reiz der Kanalsinseln besteht aus der Mischung eines friedlichen Fleckchens Erde mit mediterranen Klimabedingungen, weit weg vom Festland und den alltäglichen Unbillen, verbunden mit einer touristisch ausgerichteten romantischen Erwartungshaltung an das Leben dort. Nicht umsonst hat auch der französische Schriftsteller Victor Hugo Guernsey zu seinem Exil erkoren. Als Schauplatz für einen Kriminalroman, eingebettet in einen historischen Kontext, entsteht eine ganz natürliche Kammerspielatmosphäre, die für Spannung und Dichte sorgt.

»Aber es war eine trügerische Ferne und diese Illusion war das erste Opfer der deutschen Invasion gewesen.«(S.313)

Albers hangelt sich nicht einfach von Ereignis zu Ereignis, er zeichnet ein ganz lebendiges Bild der Zeit und der Menschen auf dieser Insel. Und wie in einem Kammerspiel liegt der Fokus auf der psychologischen Dramaturgie. Charles Norcott, der Hauptprotagonist, ist ebenso einfühlsam, wie getrieben in seiner Arbeit als Polizeiermittler. Vielleicht sogar ein Stück zu sehr bemüht, ein anständiger Kerl zu sein, wenngleich angedeutet wird, dass er in der Vergangenheit nicht sehr zimperlich mit seinen Mitmenschen umgegangen ist. Die politische Lage, die Bedrohung durch die deutsche Invasion spiegelt Norcotts Innenleben. Und ich gehe so weit zu sagen, dass die durch die äußerlichen Umstände hervorgerufene Gefühlslage Norcotts unterdrückten Gefühlen entspricht.

»Norcott stand wortlos a Fenster seines Büros und sog die bedrückende Stimmung in sich auf, ließ sich ganz auf sie ein. Er wollte Trauer und Hoffnungslosigkeit tief in seinem Fühlen verankern. Sie würden Verbündete sein gegen William Henley.« (S.126)

Seine Kollegen, ich sage mal salopp, ein Haufen eingeschworener Dorfpolizisten, laufen bei den Ermittlungen zu Höchstform auf und doch trägt jeder von ihnen ganz individuelle Züge und hat eine eigene Geschichte. Für frischen Wind sorgt die Künstlerin und Aushilfslehrerin Vicky Rhys-Lynch, die die Ermittlungen unterstützt, aber auch auf der privaten Ebene Norcott die Möglichkeit gibt, sich mit seiner Vergangenheit und seiner Zukunft auseinander zu setzen.

»Offen gesagt, Chief Inspector, ein Kaffee wäre mir lieber. Ich konnte mit Tee noch nie etwas anfangen. Sehr unbritisch, in der Tat.« (S.41)

little edition by Toni ScottDieses Zitat ist ebenso ein Beispiel, wie Albers britischen Sprachgebrauch einbindet, ohne dass es, wie an anderen Stellen, als Slang ins Auge fällt: die Bekräftigung „indeed“, „in der Tat“ am Ende eines Satzes ist in der Tat „very British“. Spannend die Fährten, die Albers rund um einen Mord auslegt, der nicht der einzige bleiben wird.

Der Witwer des Mordopfers Nora Henley ist so glatt, so wenig berechenbar, dass wir als Leser nicht sicher sind, ob wir ihm alles zutrauen sollen oder sogar müssen. Einen Einblick in Henley bekommen wir erst spät in der Geschichte und im Zusammenhang mit der die Protagonisten nervenden Vermieterin der Henleys, Mrs. Dobbs, deren inszenierte Darstellung ihrer Selbst natürlich nicht nur Fragen bei Norcott und seinem Team aufwirft, sondern auch den Leser aufhorchen lässt.

Henley vergleicht Mrs. Dobbs und seine Beziehung zu ihr mit einer Qualle, deren giftige Tentakeln sich um ihn schlingen. Eine wunderbar unverbrauchte Metapher, die umso mehr Gewicht bekommt, da wir bis dahin praktisch keinen Einblick in das Gefühlsleben Henleys bekommen.

Sie war wie eine von den seltenen Riesenquallen, die in sehr heißen Sommern manchmal an den Strand gespült wurden – schwammig, weich … fast unsichtbar warfen sie ihre Nesselfäden um ihre Opfer. Henley hatte einmal so eine Qualle gesehen, in deren giftigen Fäden noch ein halbverdauter Fisch hing … ein ekelhafter Anblick war das gewesen.« (S.317)

Die Ermittlungen im Mordfall Henley dehnen sich bis nach Frankreich aus und hier verweben sich nun historische Geschichte, Figuren und Handlungsstränge. Die deutschen Besatzer sind nicht nur braune Masse, sondern sorgsam differenzierte Charaktere, die der Handlung ebenfalls zu mehr Tiefe verhelfen. In Kombination mit den französischen Kollegen, die wie der Zitronensaft auf der Auster für mehr Würze – und auch Humor – sorgen, ist das Ermittlungsteam losgelöst von politischen Interessen ausschließlich an der Lösung des Falls interessiert und kann sich doch nicht aus den Fängen der Kriegsereignisse und deren Konsequenzen lösen.

»Mit einem elegantem Schwung steckte sich Grignard die Serviette in seinen Uniformkragen und behielt sein stilles Lächeln. Er kostete ausgiebig die Suppe, dann legte er den Löffel beiseite. »Sie haben wieder recht, Chief Inspector.« Er nahm noch einen Löffel voll Suppe, als wenn er seine Meinung noch einmal überprüfen wollte und genoss die aufmerksamen Blicke seiner drei Kollegen.
»Was? Ach Sie wollen wissen …?«
Norcott hätte den Franzosen gern ein wenig geschüttelt, aber er behrschte sich.
»Jaaa!«

Auch die Nebenschauplätze, die kleinen alltäglichen und auch kriegsbedingten Probleme der Bewohner, der Alltag jenseits der Touristenidylle, die Realität hinter der schönen Fassade,  ergänzen nicht nur die Haupthandlung, sondern sorgen für eben dieses lebendige Bild und erzählerische Dichte. Darüber hinaus wartet der Roman mit einer Karte und einem Glossar auf, welches auf Bedarf wertvolle Ergänzungen und Erklärungen zum Verständnis liefert und einen kleinen Ausblick in die Zukunft.

Der Autor verabschiedet seine Leser mit einem italienischen Gruß „Vai a casa tranquillamente – la commedia è finita!“ und führt uns damit aus der Zeitreise und der Reise auf eine gar nicht so beschauliche kleine Insel vor den Küsten Frankreichs zurück in die Gegenwart.

little edition by Toni ScottMein Fazit: Crossroads ist ein grundsolide erarbeiteter Kriminalroman, welcher sich exzellent bei einer Tasse Tee genießen lässt.

Auf ein Wort … Tina Köpke hat ein ausnehmend gut gestaltetes Cover entworfen, welches der Geschichte einen würdigen Rahmen verleiht, damit noch einmal die Professionalität des Buches unterstreicht und den Qualitätsstandard im Selfpublishing demonstriert.

Ich bin nun sehr gespannt auf den Folgeroman »Erased« und freue mich auf ein neues Lesevergnügen. Natürlich bei einer Tasse Tee!


Albers, Jürgen: Crossroads, Ein Inspector Norcott-Roman. Selbstverlag. 616 Seiten. 2017
ISBN-13:978-1545357613
ISBN-10:1545357613

Erhältlich via amazon als Taschenbuch oder E-Book oder beim Autor z.B. via Twitter

 

 

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Litcamp17 | Mein Literaturcamp in Heidelberg

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Am 24. und 25. Juni 2017 fand das zweite Litcamp in Heidelberg statt. Ein Barcamp mit dem Schwerpunkt Literatur für alle Lese- und Schreibbegeisterten. Und dieses Jahr war ich dabei.

litcamp Toni Scott | little editionDer Weg ist das Ziel

Die Anreise vom gefühlt nördlichen Polarkreis durch die Republik gestaltet sich mit der Bahn unberechenbar. Dafür habe ich mich auf dem Boden im Zug sitzend (immerhin in der ersten Klasse) sehr nett mit einem Informatiker unterhalten, dem ich vom Litcamp und auch von der Entwicklung und Qualität des Selfpublishings erzählen konnte. Eine Begegnung, die unter normalen Reisebedingungen sicherlich so nicht stattgefunden hätte.

Dank der Empfehlungen auf der Seite des LitcampHD habe ich ein sehr schönes und wunderbar gelegenes Pensionszimmer in der Altstadt bekommen, was meinem Budget als armer Poet sehr entgegen kam. Vielen Dank an die Pension Jeske für die mentale Unstützung auf der elfstündigen Anreise …

Heidelberg ist umwerfend.

Wenn man sich für Architektur und Kultur interessiert, für schöne Ansichten und Ausblicke, dann ist man hier am richtigen Ort. Und ein Litcamp beinhaltet für mich auch ein Versprechen an Inspiration und Kultur, an literarischer Kontemplation. Ganz das early bird bin ich am Samstag  frisch geduscht um 7 Uhr los marschiert und habe die Alte Brücke überquert, den Heidelberger Liebesstein fotografiert und bin in einer frühmorgendlichen Sommerbrise am Neckar entlang zum Dezernat16 spaziert.

Das Litcamp – live dabei

Wie ich gelesen habe, über vierzig Sessions und neun Räume, das ist der Wahnsinn. Ich habe meine Sessions auch danach ausgewählt, wen ich aus meiner Twitterblase als Referent gerne näher kennenlernen möchte. Wegen der vielen parallel laufenden Sessions nicht immer möglich. Was das Treffen von Twitterbekannten angeht: manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht und muss sich via Twitter orten. Das Litcamp ist auch eine Begegnungsstätte und in diesem Sinne habe ich mich über viele kurze und längere Gespräche gefreut.

Nun zeichnen sich Buchmenschen häufig durch eine gewisse Scheu aus, die einem gerne mal im Weg steht. Mir zum Beispiel. Ich gehe davon aus, dass ich weitestgehend unerkannt durch diverse Timelines rausche und so wollte ich mich auch nicht bei Alexandra vom Bücherkaffee anbiedern. Jedesmal, wenn ich an ihr vorbeikam, habe ich nur freundlich gelächelt. Zuviel VIP-Blogger-Respekt?? Schön doof, denn schließlich sprach sie mich an und da war schon keine Zeit mehr für einen gemütlichen Kaffee.

Writing Buddies

Nine @antitrist ist in meiner NaNoWriMo-Liste und jetzt konnten wir uns endlich mal richtig unterhalten. Auch Tanja Hanika gehört nun definitiv zu meiner Autorenfreundeliste. Ich habe Nike Leonhard wiedergetroffen, ein Anker, denn ich hatte sie auf der Leipziger Buchmesse persönlich kennengelernt. Klug und unaufgeregt, wie ich sie auf Twitter und auf ihrem Blog kennengelernt habe.

Ich hatte gerade bei den Blogparaden von Babsi @blues1ren (HIER geht’s zu meinem Beitrag) und den Rechargers @variemaa (über Inspiration liest Du bei mir HIER) mitgemacht und konnte mich persönlich für die tolle Aktion bedanken. Das passt auch über so eine Blogparade hinaus.

Ganz gerührt war ich von der Widmung, die mir Dr. Jürgen Albers @dr._juergen in mein persönliches Exemplar „Crossroads“ geschrieben hat. Wir haben ein paar Sessions zusammen erlebt, ein wenig philosophiert und ich wurde sehr aufmerksam und lieb mit Kaffee versorgt.

Sessions |Multitasking | Marketing

Nein, auch wenn Jürgen von meiner angeblichen Multitaskingfähigkeit zum Zuhören und Twittern beeindruckt war, so wirklich klappt das nicht, denn ich habe praktisch keine Photos gemacht. Dafür habe ich Maggo @maggostopheles nach seiner Session gebeichtet, dass ich es war, die einen Lovestorm wegen seiner Stimme losgetreten hat. Seit meinem VHS-Kurs zum Thema Stimmtraining (den Beitrag dazu liest Du HIER) achte ich viel mehr auf Stimmen und deren Wirkung. Mir hat sein breites Wissen sehr imponiert und ich finde Marco darüber hinaus auch sehr sympathisch. Die Session hatte defintiv Mehrwert und wurde ja auch gestreamt (demnächst bei youtube verfügbar).

Er war einer der wenigen, die sich außergewöhnlich gut präsentiert haben und da kommt dann der Werbemensch in mir durch. Am Ende muss sich die Sache verkaufen, ob nun Vortrag oder Buch. Und das gelingt über Marketing und auch, wenn Suse recht provokativ „Fuck Marketing“ als Session angeboten hat, ist die Art und Weise der Präsentation (als Synonym für Marketing) entscheidend für die Wahrnehmung beim Kunden (Leser, Zuhörer …) und dessen Kaufentscheidung. „Das kaufe ich ihm ab“ ist ein Ausdruck, der die Glaubwürdigkeit bestätigt. Wenn jemand oder etwas glaubwürdig ist, dann werden wir ihm eher vertrauen. Wenn ich als Autor glaubwürdig bin, dann werden Leser eher mein Buch lesen, ein neues Buch ebenfalls kaufen, mir zuhören.

Marketing heißt nicht zwangsläufig, den Kunden zu verarschen. Marketing beinhaltet Strategien, ein Produkt (Dienstleistung) sichtbar, wahrnehmbar und interessant zu machen und den Nutzen für den Kunden herauszustellen, so dass dieser bereit ist, Zeit und/oder Geld zu investieren. Alle Autoren/Selfpublisher müssen sich mit Marketing in eigener Sache auseinandersetzen. Selbst das Litcamp muss das, um für Sponsoren interessant zu sein. Das ist weder verwerflich noch schlecht. Es ist die Art und Weise, wie genau das dann passiert, die über die Wahnehmung und den Erfolg des Marketing entscheidet. (Ein paar Gedanken über Inbound und Outbond Marketing liest Du HIER)

Inspiration, Musen und der innere Kritiker

Tanja Steinlechner vom Schreibhain aus Berlin, Eva und auch Nicole Neubauer haben sich in ihren Sessions mit diesen Themen auseinander gesetzt. Inspiration kommt auf vielen Wegen und ihr Todesurteil sind die inneren Stimmen, die uns Autoren sagen, dass wir nicht gut genug sind, dass uns eh keiner lesen wird, dass alle anderen besser, klüger, profilierter sind. Dazu gibt es viele inspirierende Bücher und man muss sie immer wieder zur Hand nehmen und lesen. Aber noch viel wichtiger ist der Austausch mit Autorenfreunden.

Ich habe es heute an Nika Sachs @bordsteinprosa getwittert und sage es noch einmal: „Wenn wir uns nicht fair und neidlos unterstützen, wer dann?!“ Wir müssen aus unserer Schreibisolation ausbrechen und uns gegenseitig stärken und bestärken. Denn wer versteht Schreibprozesse und das Leben mit dem Schreiben besser als wir Autoren selbst?

Unerwartete Begegnungen und Grüße an die Daheimgebliebenen

Auf einmal saß Sascha @whatawrite vor mir, mit dem ich zusammen mit Ricarda @schreibsuechtiQ auf der Autorenrunde der Leipziger Buchmesse sehr angeregt gesprochen habe. Ich bin ein echter Selfieversager, denn das Bild, mit dem wir Ricarda grüßten, gehört nun nicht gerade zu denen, die ich als gelungen bezeichnen würde. Der Wille zählt, oder?

Auf eben dieser Buchmesse habe ich von der Verlagschefin Antje Wolf vom blv-Verlag unter anderem einen Kugelschreiber von Ingrid Haag bekommen. Die Ingrid guckte auch recht verduzt, als ich sie hier auf dem Litcamp ganz selbstverständlich grüßte und auch noch genau diesen Kuli aus meiner Tasche zog. Die Wege des Kulis …

Die Seele des Dezernat16

… ist Dirk Welz, sagte die Kulturbeauftragte aus Heidelberg zu mir. Und das kann ich bestätigen. Ich hatte das Vergnügen, abends einen kleinen Schnack mit Dirk zu halten und ich glaube, er ist der Ruhepol und Gegensatz zu Susanne Kasper, die ein nimmermüde Motor ist, um Gespräche und Kontroversen anzustoßen. Und in diesem Sinne bewegt das Litcamp nicht nur uns als Teilnehmer, sondern bewegt auch generell.

Autortentasche little editionUnd natürlich frage ich mich, was so ein Litcamp mit mir macht, mit meinem Schreiben, mit meiner Wahrnehmung von mir als Autorin. Ich bin dazu mit der Bergbahn zum Schloss hochgefahren und durch den Schossgarten und die Gebäude spaziert. Ich habe all die Eindrücke vom Litcamp mitgenommen und all die Menschen, denen ich dort begegnet bin und habe das alles bedacht, überdacht und wirken lassen.

Auf dem Weg zur Weisheit

Am Morgen des Sonntags traf ich einen Pilger an der Buhaltestelle. Er erzählte von 27 Jahren Pilgerschaft und der Wandlung in seinem Leben und dem Glück, dass er dadurch erfahren hatte. Er trug mir sein Gedicht zur Einsamkeit vor. Eine Einsamkeit, die ihn antrieb, die kein schwarzer Dämon, sondern eine verheißungsvolle Leere war, die es zu füllen galt. Am Abend, nach einem langem Tag, traf ich ihn in der Altstadt wieder und er rezitierte sein Gedicht über den Himmel und wünschte mir ein gutes Leben und dass ich Glück auf meinem Weg finden möge. Und wieder war es der Gedanke, nicht allein zu sein, einen Sinn zu entdecken, wenn man nur zu sehen bereit ist, der hinter seinen Gedanken stand.

Und das ist es doch, was das Litcamp ausmacht. Wir sind nicht allein. Nicht in unserem Schreiben und nicht in unserem Autorenleben. Wir gestalten es gemeinsam. Wir können füreinander da sein, uns zuhören und ermutigen, wenn wir uns dafür entscheiden. Wir alle tragen dazu bei, das Litcamp, das Schreiben und die Literatur mit Leben zu füllen und so Spuren auf dem Weg zu hinterlassen.

 

 

 

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Blogparade Schreibzimmer – wo schreib ich?

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In diesem Beitrag geht es mal nicht um die Frage „Wie schreib ich’s?“, sondern wo. Das Schreibzimmer ist Thema der Blogparade von Ricarda von schreibsuechtig.de, die vom 16. Juni bis 31. Juli läuft.

Wie alles begann

Als Studentin spielte sich mein Leben und Schreiben auf 24 Quadratmetern ab. Das war meine Winzwohnung, die zugleich Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Arbeitszimmer war. Ein Kokon, aus dem ich nicht raus musste. Das gefällt mir. Eine Schreibblase.

Meine ersten offiziellen Texte habe ich in einem kleinen Büro geschrieben, die Tür stand auf und im Hintergrund wuselten Kollegen herum, kamen rein, kramten in Regalen und Ordnern, klingelte das Telefon. Das hat mich nicht weiter gestört. Ich habe auf den Bildschirm gestarrt, war ganz bei mir und meinem Text. Ein Schreibzimmer ist trotzdem etwas anderes.

Später habe ich in einer Agentur gearbeitet, die die Philosophie vertrat, wahre Kreativität käme nur durch Ausblenden aller, also wirklich aller Ablenkungen. Ein weißes Zimmer mit klinischen Möbeln, reduziert auf Tisch und Stuhl. So generell ist der Ansatz gut, denn zu viel Ablenkung lenkt wirklich ab. Das war dann ein Schreibzimmer oder Kreativzimmer. Aber zwischen den Extremen gibt es auch noch Leben.

Im Homeoffice

Das erste eigene Schreibzimmer war ein gemütliches Büro, gemütlich im Sinne von: angenehme Atmosphäre, aufgeräumt, übersichtlich. Ich konnte dort gut arbeiten. Generell kann ich meine Umgebung gut ausblenden. Deswegen schrieb ich Eve auch am Eßtisch mit der Familie, von wegen der Gesellschaft. So ganz im Schreibzimmer isoliert ist auf Dauer auch nicht gut.

Dann haben wir Zimmer getauscht und ich hatte kein Schreibzimmer mehr. Das hat mich jetzt auch nicht wirklich gestört. Ich habe in meiner Lieblingsecke auf dem Sofa geschrieben. Vor zwei Jahren haben wir wieder Zimmer umfunktioniert und ich konnte ein kleines Zimmer mit Dachschräge und Blick auf die Flensburger Förde zum Schreibzimmer umrenovieren. Ein kleiner Rückzugsort von dem ich erwarte, dass er tadellos aufgeräumt ist. Krempel und Kram kann ich weniger gut ausblenden.

Was ich nicht erwartet habe, dass es mir so gut gefällt. Dieser Raum bietet eine Option und Ruhe. Ich kann die Tür im wahrsten Sinne des Wortes hinter mir zumachen. Der entscheidende Punkt ist, ich habe die Wahl. Der große Eßtisch, die gemütliche Sofaecke oder totaler Rückzug. Und das empfinde ich als Luxus.

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Schreiben in Cafés

Natürlich habe ich Natalie Goldberg gelesen und wieder einmal muss ich meiner Seelenschwester Caroline für diese Inspiration danken, denn sie hat mir das Buch geschenkt. Ich habe es versucht, aber der Gedanke, von anderen, fremden Menschen beim Schreiben beobachtet zu werden, macht mich nervös. Der Lärm, die Bewegung, das alles macht mich rappelig und ich kann mich nicht konzentrieren. Ich bin lieber allein. Der Kokon …

Schreibzimmer Philosophie

Das Schreiben findet im Kopf statt. Und während ich über diesen Beitrag nachdenke, sitze ich im Garten und schaue auf weiße Hortensien. Es ist abend, die Sonne ist untergegangen, es ist warm und eine leichte Brise weht von der Förde herüber. Ich mag meinen Garten. Außer ein paar Vögeln ist nichts zu hören. Es ist so leise. Na gut, die Amsel ist ein renitent lauter Vogel. Zumindest die, die bei uns leben. Mein Blick stromert von den Hortensien zu den Hainbuchen, ich nehme den Duft der Kletterhortensien wahr, die Rosen, die gezackten Blätter der Fetthenne, das leise Plätschern des Quellsteins. Der Garten ist wie ein eigenes, grünes Zimmer und ich denke, dass man nicht nur und unbedingt Schreibzimmer braucht oder über sie nachdenken kann, sondern über Denkräume.

Mein Garten ist ein Denkraum.

Er ist ruhig und still, unbewegt. Es ist kein lauter Garten, im Gegenteil. (Über das leise Grün schrieb ich hier). Ich empfinde ihn als ablenkungsfrei. Er ist meditativ und bietet mir die Möglichkeit, meine Gedanken zu sortieren, in den Hirnwindungen zu spazieren und neue Ideen zu entwickeln. Ich sitze auf dem Gartensofa unter einem Sonnenschirm und empfinde Glück und meinen Garten als poetisch, als schöpferischen Quell. Das Ich verschmilzt mit dem Grün, der Garten und ich sind eins. Der Denkraum ist überall, in mir, um mich herum, ich bin weit und still und voller Möglichkeiten.

Mit dem Schreibzimmer ist das nicht ganz so. Mein Blick geht in die Ferne, die Förde, die in diesen Minuten in einem gewittrigen Grau verschwindet. Auch die Küste Dänemarks mit dem Wald und der Straße, die sich am Ufer nach Krusau entlang schlängelt, liegt verborgen hinter Nebel und Regen. Die Tropfen fallen pochend auf das Dachfenster. Ich brauche Weite, die Möglichkeit, den Blick wandern zu lassen, damit ich gleichzeitig den Raum in meinen Gedanken betreten kann.

Bei Schreibzimmer und Denkräumen war ich schon einmal. Eigentlich hieß die Aufgabe ‚Warum ich lese‚, aber irgendwie wollte es mehr ein ‚Warum ich schreibe‘ sein. Die Gedanken sind also nicht neu, aber durch die Frage nach dem Schreibzimmer, nach dem Wirken der Frage ‚Warum ich lese‘ verdichtet sich das Wissen darum, was mir wichtig ist, wie ich dazu stehe, wo ich mit dem Schreiben und den Gedanken hin will. Ich muss mir meine Position erarbeiten, den Gedanken schärfen, die Wahrnehmung durch unterschiedliche Perspektiven prüfen.

Denkraum versus Schreibraum

Ohne den Denkraum kann ich nicht schreiben. Der Schreibraum als realer Ort, das Schreibzimmer, ist für mich nicht ganz so entscheidend. Denkräume führen zu inneren Schreibräumen und ohne die gäbe es nicht einen einzigen Gedanken, der auf dem Papier gelandet wäre.

 

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