Schottischer Whisky und Werbetexte

 

Schottischer Whisky und Werbetexte


Um einen wirklich guten Whisky herzustellen, braucht man aus der Tradition des Handwerks gereiften Sachverstand und die besten Zutaten. Beides jedoch reicht nicht aus, wenn nicht ein ganz entscheidender Faktor die Komposition aus Gerste, Malz und Hefe zur Vollendung bringt. Zeit. Dies gilt ebenso für einen Text, ob nun reine Werbetexte, Artikel, Literatur oder Lyrik. So ein Text will reifen, sich entwickeln, bis er seine Melodie, seinen Klang, seine Aussage gefunden hat.

 

Ich gönne mir den Luxus, mir diese Zeit zu nehmen. Das bedeutet zwar weniger Aufträge, die ein oder andere Stunde mehr intensiver Beschäftigung mit dem Text, seiner Sprache und dem Inhalt; dafür aber halte ich am Ende ein Stück Text mit Seele in der Hand. Eben mal schnell runter geleiert, einfach aus dem Ärmel geschüttelt – gibt es bei mir nicht. Diese Einstellung entspräche nicht meinem Anspruch an meine Arbeit. Auch wenn manchmal der erste Gedanke der Beste ist oder die Muse es besonders gut mit mir meint.

 

Ganz oben, im Norden, denkt man klar, strukturiert und ist sich seiner Verpflichtung zur Tradition bewußt. Ob es um kleine, familiengeführte Brennereien in den Highlands geht, wo das Wasser des Lebens liebevoll und von Hand verlesen in kleinen Auflagen hergestellt wird; oder eben in Norddeutschland an der Grenze zu Dänemark, gleich neben Angeln.

 

Und wie bei einem gut ausgereiften schottischen Whisky der erste Schluck etwas Besonderes ist, bekommen auch mein Texte die Zeit, die sie brauchen, um wirklich perfekt zu sein und schon beim ersten Lesen auf der Zunge zu zergehen.

 

Wer weiß, vielleicht entfaltet sich das volle Lesearoma

ja auch bei einem Schluck Bruichladdich – Slàinthe mhath!

 

 

 

Über Alexandra Feßner

"Um kreativ zu sein, muß man die Grenzen der eigenen Vorstellung überwinden."
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